Von der One-Man-Show zum European Player - EPP

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Von der One-Man-Show zum European Player

Foto: Almit GmbH
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„Wir sehen uns im Bereich der Flussmittel als Qualitätsführer im europäischen Markt“, sagt Fabian Mendel, Business Development Manager der Almit GmbH. Sein Vater Michael Mendel hat die deutsche Niederlassung 2005 als exklusiver Vertriebspartner des japanischen Unternehmens Nihon-Almit gegründet und seither aufgebaut. Mittlerweile beschäftigt die deutsche Niederlassung 17 Mitarbeiter und verantwortet den Vertrieb sowohl in Zentraleuropa als auch in weiteren Regionen wie beispielsweise Nordafrika und dem Nahen Osten.
Die Wurzeln von Nihon-Almit liegen in Tokio, Japan und reichen dort bis 1956 zurück. Inzwischen ist das Unternehmen global aufgestellt, unterhält drei Produktionsstätten und beschäftigt weltweit ca. 250 Mitarbeiter. Was ist das Erfolgsgeheimnis?
In Japan, wo die komplette Entwicklung und Produktion erfolgt, sind 40 Mitarbeiter ausschließlich für die Entwicklung von Flussmitteln zuständig. Diese hohe Anzahl an Entwicklern spricht bereits für sich. Um einen engen Kontakt zu den Experten gewährleisten zu können, sind wir zwei bis dreimal im Jahr vor Ort und informieren uns über die neuesten Kreationen. Zugleich geben wir die Anfragen unserer Kunden persönlich an die Entwickler weiter und informieren sie somit direkt über die Geschehnisse am Markt. Der Fokus auf die Flussmittelentwicklung ist unsere Kernkompetenz, damit heben wir uns vom Mitbewerb ab.
Almit Japan bringt jährlich mindestens zwei neue Produkte auf den Markt. Auf welchen Bereichen liegt aktuell der Fokus?
Wir wollen dem Funktionsumfang von Flussmitteln weitere Leistungsmerkmale hinzufügen. Bislang hatte das Flussmittel lediglich die Aufgabe, eine Lötstelle gut zu benetzen. Künftig soll es jedoch auch die Festigkeit einer Lötstelle erhöhen. Hier wollen wir einen Grad erreichen, wie ihn normalerweise nur Metalllegierungen aufweisen. Ferner haben wir ein acrylhaltiges Flussmittel entwickelt, das die Lötstelle vor Korrosion und Feuchtigkeit schützt und darüber hinaus bis – 50 ° flexibel bleibt. Eine weitere Neuentwicklung ist die hochfeste Legierung SJM (Strong Joint Metal). Diese kommt mit einem geringeren Anteil an Silber aus und ist daher im Vergleich zu der weitverbreiteten Standard-Legierung SAC 305 preiswerter und zeichnet sich zudem durch eine deutliche höhere Lötstellenfestigkeit aus. Die patentierte Legierung SJM bieten wir mit einem Silbergehalt in unterschiedlichen Abstufungen an. SJM ist über einen sehr langen Zeitraum stabil und eignet sich auch für sehr hohe Anforderungen, wie sie beispielsweise im Bereich der Luft- und Raumfahrt oder der Medizintechnik vorherrschen.
Zu den Kernkompetenzen von Almit gehört auch das Laserlöten. Hier bieten Sie mit der Gummix-Serie ein Hochleistungs-Flussmittel an, das so gut wie keine Flussmittelspritzer verursacht. Welche Zielgruppe sprechen Sie dabei hauptsächlich an?
Ein sehr wichtiger Kundenzweig ist definitiv die Automobilindustrie. Im Automotive-Bereich bestehen hohe Anforderungen an das eingesetzte Flussmittel. So soll es beispielsweise aus Gründen der Umweltverträglichkeit möglichst keine Halogene mehr enthalten. Almit hat bereits in den achtziger Jahren als erster Hersteller ein chlorfreies Flussmittel erzeugt. Mit der Neuentwicklung Gummix HF haben wir nun einen komplett halogenfreien Draht für das Laserlöten entwickelt. Ein Produkt, das bislang kein Mitbewerber vorweisen kann.
Sie sehen sich ‚als Speerspitze zum europäischen Markt‘, beschäftigen aber keine Vertriebsmitarbeiter. Welche Strategie verfolgen Sie?
Kundennähe und lokaler Support sind uns sehr, sehr wichtig. Deshalb haben wir in Deutschland und auch europaweit ein ausgezeichnetes Netzwerk aufgebaut. In Deutschland arbeiten wir beispielsweise mit sechs Handelsvertretern und acht Händlern zusammen, die exklusiv nur unsere Lötmittel verkaufen. Über ein spezielles Projektmanagementsystem ist es uns möglich, jedem einzelnen Vertriebspartner Projektschutz zu gewährleisten. Zudem legen wir sehr viel Wert auf die fachliche Kompetenz. Deshalb halten wir mindestens einmal im Jahr ein internes Seminar ab, um über Neuheiten am Markt zu informieren und neue Entwicklungen vorzustellen.
Sie sind seit zwei Jahren an Bord der Almit GmbH. Gibt es bereits Pläne, das deutsche Unternehmen in die Hände der zweiten Generation zu legen?
Seit dem 16. Lebensjahr habe ich immer wieder Ferienjobs und Praktika im Unternehmen übernommen. So konnte ich alle Abteilungen durchlaufen – angefangen vom Lager bis hin zur Auftragsbearbeitung. Außerdem habe ich nach meinem Bachelorabschluss ein weiteres berufsbegleitendes Studium absolviert. Der Studiengang zum Executive Master for Family Entrepreneurship an der Zeppelin Universität war eine gute Vorbereitung auf die Unternehmensnachfolge. Diese ist gemeinsam mit meinem Bruder David, der seit Kurzem auch in das Unternehmen mit eingestiegen ist, in fünf bis zehn Jahren geplant. Die Übernahme soll die Unternehmensstruktur aber nicht beeinflussen, sondern Kontinuität sicherstellen. Unser Vater hat das Unternehmen von der One-Man-Show zu einem European Player ausgebaut. Eine Leistung, die mein Bruder und ich sehr hoch anerkennen und fortführen möchten.
Das Gespräch führte Carola Tesche
Service heißt, das ganze Geschäft mit den Augen des Kunden zu sehen. Axel Haitzer
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