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Fragen an Harald Eppinger, Geschäftsführer Koh Young Europe

Anwendertag über Inspektionssysteme
Fragen an Harald Eppinger, Geschäftsführer Koh Young Europe

Foto: Doris Jetter
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Herr Eppinger, im Gegensatz zu den meisten anderen Veranstaltungen, die unter Technologietag laufen, ist dies heute und morgen ein Anwendertag. Was steckt dahinter?

Das Ziel unserer User- bzw. Anwendertage ist ganz klar die Bestandskundenpflege, ansonsten würde man das ganze Technologietag nennen, der dann natürlich wesentlich breiter aufgestellt ist. Die Kunden, Teilnehmer benutzen unsere Systeme bereits seit Jahren erfolgreich und sollten stets auf dem neuesten Stand der Technologie gehalten werden. Doch die Weiterentwicklungen, die nächste Generation bzw. die Vision von Koh Young lässt sich weder so einfach mit einer Power Point Präsentation noch mit einzelnen Statements verdeutlichen. Unsere Kunden sind nah am Tagesgeschäft, wissen insofern genau, welche Probleme sie haben und sehen vielleicht auch schon, mit was sie sich morgen auseinandersetzen müssen. Dieser Usertag bietet die Gelegenheit, eigene Grenzen, die am System erkannt wurden, zu hinterfragen: Bin ich auf dem neuesten Stand, kann ich so weitermachen oder gibt es da noch mehr Möglichkeiten. Auf der anderen Seite geht es darum, dass man sich für einen Hersteller entschieden hat und wissen möchte, ob dieser auch noch in Zukunft gut für die eigenen Fertigungsanforderungen ist. Daher haben wir die zwei Tage nicht als Präsentationsevent ausgelegt, sondern als Hands-on-Event. Damit zeigen wir ganz klar, was die Anlagen heute bereits können, was realisiert ist, was morgen am Markt benötigt wird und in welche Richtung die Reise geht. Die Workshops helfen zu verifizieren, ist das System sowie die Softwarebereits ausgereizt oder kratzt man quasi nur an der Oberfläche. Denn heute werden die Weichen gestellt, um in zwei Jahren die Lösung zu haben. Die Lösung nicht nur im Kopf, sondern auch realisiert.
Hat sich denn an Ihren Inspektionssystemen viel geändert?
Nein, die Grundtechnologie der Systeme ist dieselbe geblieben. Ziel ist nach wie vor das dreidimensionale Messen, welches auch im Vordergrund steht. Von Anfang an war die Ausrichtung eine volle Fehlerabdeckung, jedes Bauteil wird 3D gemessen, um die Daten entsprechend erzeugen zu können. Also nicht nur ein partielles Messen oder nur besonders kritische Bauteile. Nein, jedes einzelne Bauteil erhält eine komplette Vermessung, was dazu führt, dass wir Messdaten, Messprotokolle erzeugen können, die uns heute in die Lage versetzen, die Prozesse vollständig zu visualisieren. Die Kontinuität, eine Qualitätsbeurteilung aufgrund von Daten und nicht Bildern machen zu können. Daher hat sich an der Technik der Anlagen nichts geändert. Vergleicht man jedoch die ersten Systeme mit den heutigen lässt sich leicht feststellen, dass diese wesentlich schneller geworden sind. Das heißt, die Taktzeit ist der größte Schwerpunkt, bei gleichzeitiger erhöhter Verbesserung der Auflösung. Dies ist ja auch die Devise von Dr. Koh: Durchsatz erhöhen ohne dabei die Messgenauigkeit und Performance aufzugeben: Fehlerabdeckung zu 100 %, Messen zu 100 % und das in Taktgeschwindigkeit. Jedes einzelne Bauteil, jede einzelne Messung von Positionierung, Länge, Breite, Höhe bis zur Lötstelle wird erfasst, ob gut oder schlecht. Behalten wir dabei die Vision Industrie 4.0 im Auge, ist es doch Voraussetzung, dass wir stets ein völlig klares Bild der aktuellen Prozesse benötigen, um rechtzeitig reagieren zu können.
Sprechen Sie mit dem Anwendertag ein bestimmtes Klientel an?
Wir sehen ganz deutlich, dass aus dem Mittelstand heraus die Anwender kommen und haben dabei ein gutes Spektrum – vom Einzelkämpfer bis zum Großkonzern. Unser Kundenkreis jetzt hier ist speziell natürlich aus Deutschland. Es ist ein deutscher Event und nur DACH-Kunden geladen, um auch keine Sprachen zu mischen. Die Initiative kommt aus der Partnerschaft von SmartRep und Koh Young. SmartRep ist das Interface zu unseren Kunden.Wir hosten hier in Alzenau die Veranstaltung, da wir alle Maschinen mit allen Technologien auch hier im Hause haben. Natürlich hat SmartRep ihr eigenes Democenter mit AOI und SPI, doch haben wir hier mit dem Casa-Konferenzzentrum, kombiniert mit den Aufstellungsräumen inklusive der 10 Systeme, 50 % SPI und 50 % AOI, die weitaus besseren Möglichkeiten.
Sie haben sowohl SPI- als auch AOI-Anwender hier. Sehen Sie da bestimmt Tendenzen?
Wir sehen SPI-Anwender, die auch schon Blicke auf unser AOI geworfen haben, um die Prozesse besser umsetzen zu können. SPI ist seit 2002 eine sehr etablierte Technologie von Koh Young. Auch wenn wir im 3D-AOI-Bereich nur ca. 5 Jahre Erfahrung haben, können wir mit unserem Fokus auf die Prozessvisualisierung – im Gegensatz zur Fehlerfindung – punkten. Eine Reparatur ist heute kaum mehr möglich und nicht mehr in allen Branchen erlaubt. Die Wettbewerbsfähigkeit sehe ich in Europa ganz klar in der kostenoptimierten Produktion ohne dabei die Qualität aus dem Auge zu verlieren. Fehler vermeiden ist ein Muss! Dabei sollte bereits zwischen Entwicklung und der Fertigung hohe Kommunikation statt finden, da Leiterplatten- und Bauteilqualität großen Einfluss auf den Qualitätsstandard nehmen. Kann ich dies alles nicht protokollieren, wie kann ich die Lieferanten dazu zwingen, bessere Qualität zu liefern? Insofern greift das eine in das andere.
Herr Eppinger, ich bedanke mich für Ihre Zeit.
Die Fragen stellte Doris Jetter
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