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Großes Potenzial ersichtlich

Im Gespräch mit Lars Bartels von Multi-Components über TRI
Großes Potenzial ersichtlich

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TRI Test Research, der taiwanesische Hersteller von Test- und Inspektionssystemen für die Leiterplattenprüfung ist auf dem asiatischen Markt längst ein Begriff. Obwohl das Unternehmen in Organisation, Technologie und Qualität eher mit westlichen Herstellern vergleichbar ist, ist es auf dem europäischen Markt noch relativ unbekannt. Man möchte hier nun stärker aktiv werden, und konzentriert sich dabei besonders auf den deutschen Markt, der dafür bekannt ist, technisch sehr anspruchsvoll zu sein. Multi-Components in Schwabach ist seit fast einem Jahr Distributor des Herstellers und berichtete über die bisherigen Erfahrungen mit den Produkten. Die Redaktion hatte Gelegenheit, direkt vor Ort mit dem Produktmanager Lars Bartels darüber zu sprechen.

Herr Bartels, Sie als langjähriger Fachmann für Inspektionssysteme sind von Anfang an dabei und kennen sich in diesem Bereich bestens aus. Warum hat sich Multi-Components damals für TRI entschieden?

TRI suchte schon seit längerem nach einem neuen Partner, um die gesetzten Ziele in Deutschland zu erreichen. Im gleichen Zeitraum suchten auch wir einen Partner, der besser in der Lage ist, flexibel und langfristig technologisch auf die speziellen Anforderungen hiesiger Anwender zu reagieren und über den finanziellen Hintergrund verfügt, dies zu realisieren. Unsere Erwartungen sind hier übertroffen worden. Das Unternehmen unterscheidet sich stark von asiatischen Mitbewerbern. Dies zeigt sich nicht nur technologisch, sondern schon bei der Infrastruktur. Das im Jahr 2008 von TRI neu eröffnete Gebäude in Taipeh verfügt über eine Fläche von 15.000 m2 auf vier Etagen und präsentiert sich komplett auf westlichem Niveau. Dort sind Forschung, Entwicklung und Produktion zu finden. Speziell die Fertigung steht in nichts einer europäischen Produktionsstätte nach, sei es hinsichtlich Ausstattung, Technologie, Zertifizierung oder sozialer Aspekte. Bemerkenswert ist die sehr pragmatische Herangehensweise an technische Herausforderungen. Wir sehen in TRI einen Partner, der unter den Herstellern für die Elektronikfertigung zur Führungsriege gehört, und über ein umfangreiches Produktspektrum im Bereich der Inspektionssysteme, von AOI, SPI und Röntgentechnik, verfügt.
Was meinen Sie mit „pragmatischer Herangehensweise“, können Sie das näher erklären?
Der Hersteller ist stark technisch ausgerichtet, selbst der Gründer Jason Chen ist Techniker. 1989 hat Chen in seinem Wohnzimmer begonnen, Testsysteme zu entwickeln, heute hat das Unternehmen den Willen, weltweit die Nummer 1 zu werden. Die Herangehensweise an Aufgabenstellungen ist bemerkenswert, denn man möchte hier nicht „das Rad neu erfinden“. Vielmehr werden technologisch hochwertige Komponenten, die sich bereits weltweit auf dem Markt bewährt haben, integriert; wobei nur die am besten geeigneten Technologien in die Inspektionssysteme einfließen. Auch bei Software und Bildverarbeitung arbeitet man mit den führenden Unternehmen der Branche zusammen. Dies schlägt sich natürlich nicht nur in der Entwicklungszeit und Zuverlässigkeit der Maschinen nieder, sondern auch im Preis-Leistungsverhältnis.
Dann arbeitet TRI ohne eigene Entwicklung?
Nein, ganz im Gegenteil, aber der Schwerpunkt liegt z. B nicht im Nachempfinden bereits bewährter Hardwarelösungen, sondern in optimaler Systemintegration, Softwareentwicklung und grundsätzlichen technologischer Themen. Weltweit hat TRI ca. 600 Mitarbeiter, davon sind immerhin ca. 23 % Entwickler. Wie ich denke, eine ganz beträchtliche Zahl. Allein um die Prüfanforderungen an das wohl bekannteste Smartphone und Tablet PC gerecht zu werden, beschäftigt das Unternehmen von 15 Mitarbeitern.
Wie kann Multi-Components davon profitieren?
TRI beliefert weltweit die größten EMS-Dienstleister mit den höchsten Anforderungen. Das kontinuierliche Customizing der Maschinen für die immer anspruchsvoller werdenden Produkte hat zur Folge, dass die Systeme stets auf dem neuesten technologischen Stand sind. Die bei den großen Fertigern weltweit erworbenen Erfahrungen werden implementiert und stehen dann auch uns zur Verfügung. Bei dieser Gelegenheit möchte ich anmerken, dass alle Software-Updates bei TRI kostenlos sind.
Wir haben so viel Positives gehört – warum ist dann TRI in Europa noch kein Begriff?
Das Unternehmen hat sich außerhalb Europas aufgrund seiner technologischen Stärken in kurzer Zeit längst zum Marktführer entwickelt. Daher sah man bisher wenig Notwendigkeit für verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und Marketingaktivitäten. Inzwischen hat man aber erkannt, dass insbesondere in Deutschland viel technisches Know-how zu finden ist und technische Trends gesetzt werden, die langfristig auch für andere Teile der Welt wichtig werden. Zudem lassen unsere Großunternehmen mit Niederlassungen in aller Welt Evaluierungen größtenteils in Deutschland durchführen. Aber TRI will sich nicht nur auf Großunternehmen konzentrieren, vielmehr will man auch die Anforderungen des breiten europäischen Anwenderspektrums kennenlernen. Deshalb verlegte das Unternehmen nun in Deutschland auch seine europäische Niederlassung in eines unserer Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft hier in Schwabach; auch das zeigt, wie sehr TRI an einer engen Zusammenarbeit gelegen ist.
Worauf setzen Sie den Schwerpunkt Ihrer Aktivitäten?
Derzeit konzentrieren wir uns auf die optische Inspektionssysteme wie 3D-SPI und 3D-AOI. Unser mittelfristiges Ziel ist es, zu den Top 3 in Deutschland zu gehören. Im ersten Schritt liegt unser Fokus bei den optischen Systemen, später folgen dann die 3D-Inline-Röntgensysteme. Im Benchmarking zeigt sich immer wieder, welches Potenzial die Maschinen von TRI generell haben; diese Erfahrung muss sich noch bei unseren Kunden in Deutschland verbreiten.
Und was wird Multi-Components dabei tun?
Multi-Components ist seit fast drei Jahrzehnten erfolgreich auf dem Markt tätig. Wir verfügen über eine in der Fertigungsrealität erworbene Erfahrung in allen Prozessen der Elektronikfertigung. Wir sehen unsere Aufgabe nicht allein im Vertrieb der entsprechenden Fertigungsanlagen; vorrangig sehen wir uns als Partner unserer Kunden, die wir bei der Realisierung Ihrer Applikationsanforderungen bestmöglich unterstützen möchten. Auf dem Gebiet der Inspektion haben wir mit TRI einen Lieferanten, der gewillt ist, die geforderten hohen technologischen Anforderungen zu erfüllen und auch über die dazu erforderlichen finanziellen Mittel verfügt. Allein im Jahr 2010 hat TRI einen Gesamtumsatz von 128 Mio. US-Dollar verzeichnet. Im ersten Halbjahr 2011 konnte das Ergebnis gegenüber dem Vergleichszeitraum bereits um 7 % gesteigert werden. Dies entspricht einer Produk- tionsleistung von über 4.000 weltweit installierten Systemen.
Wird Multi-Components auf der productronica in München dabei sein?
Da unsere Kunden im deutschsprachigen Raum angesiedelt sind, liegt unser Fokus mehr auf der SMT-Messe. Aber natürlich sind wir, wie auch während der letzten productronica, in diesem Jahr in München präsent. Wir werden bei TRI in Halle A2, bei Samsung und Heller Industries in Halle A3 und bei Senju in der Halle A4 mit einem Team präsent sein, um unsere Kunden zu empfangen und zu betreuen. Auf dem Stand von TRI wird es neue Maschinen geben mit höherer Geschwindigkeit, Doppelspur, neuen Softwarefeatures und einer neuen Kamerageneration. Lassen Sie sich überraschen!
Herr Bartels, vielen Dank für das informative Gespräch! (dj)
productronica, A2.133
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