Interview mit Alexander Franz, Geschäftsleitung Vitronics Soltec GmbH in Marktheidenfeld

Hauptaugenmerk auf Service und Applikationstechnik

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Vitronics Soltec ist ein multinationales Unternehmen mit Hauptsitz in Stratham, New Hampshire. Es unterhält Werke in Oosterhout (Holland) und Suzhou in China, Verkaufs- und Supportzentren befinden sich in den USA, Singapur, Malaysien, Korea, Shanghai, den Niederlanden und Deutschland. Der Standort Marktheidenfeld in der Region Mainfranken hat sich zum Informationszentrum im Bereich der Löttechnik etabliert, und kann in diesem Jahr einen runden Geburtstag feiern. Ein Anlass, um dem Geschäftsführer Alexander Franz einige Fragen zu stellen.

Herr Franz, die Vitronics Soltec GmbH feiert in diesem Jahr im Oktober ihr 10jähriges Bestehen. Wie hat man begonnen?

Vor 10 Jahren wurde in Marktheidenfeld die Vitronics Soltec GmbH mit zunächst drei Mitarbeitern gegründet. Mit dieser Entscheidung wurde der Grundstein für ein solides Wachstum gelegt. Die Niederlassung hat sich im Bereich Vertrieb/Service und Applikationstechnik für Lötmaschinen einen exzellenten Ruf erarbeitet, und bedient Kunden vornehmlich im Mid- und Highend-Bereich.
Wie kann man sich das deutsche Tochterunternehmen heute vorstellen?
Inzwischen ist die Niederlassung eine etablierte Anlaufstelle für Aufgabenstellungen aus dem Bereich Löttechnik geworden. Dies machte es auch erforderlich, dass Anfang 2006 ein wesentlich größeres Gebäude mit ausgiebigem Demo- und Schulungsbereich am Standort Marktheidenfeld bezogen wurde. Die Mitarbeiterzahl hat sich seit der Gründung auf nunmehr 16 erhöht, der überwiegende Anteil der Belegschaft ist im Bereich Service und Applikationstechnik tätig.
Welche Maschinen werden angeboten?
Das Maschinenangebot gliedert sich in die drei Geschäftsbereiche Wellenlöten, Reflowlöten und Selektives Löten. Jede einzelne Produktgruppe beinhaltet, je nach Anwendungsfall und Kundenanforderung, weitere Modellreihen. Im Bereich Reflow werden in Deutschland im Highend-Bereich mit der „myReflow“ drei Modellreihen angeboten, die sich vornehmlich in der Prozesslänge unterscheiden. Bei dem neu hinzugekommenen Midend-Bereich „MR 933“ und MR „1243“ entstand ein neues Maschinensegment, welches dem Kunden eine attraktive Preisalternative bietet. Im Bereich Welle sind wir mit drei Modellen am Markt – einem günstigen Einstiegsmodell „Delta 3“ im Midend-Bereich und den Modellen „Delta 5“ und „Delta 7“ im Highend-Bereich. Bei den Selektivlötanlagen kann der Kunde je nach Anforderung den Einstieg mit unserer „mySelective 6745“ planen, bzw. mit den Modellen „mySelective 6747“ und dem Top-Modell „mySelective 6748“ findet er sicherlich das für seine Anforderungen passende System.
Wie wurde das Wachstum erreicht?
Dies ist sowohl aus eigener Kraft als auch durch die Vitronics Soltec BV, Oosterhout, entstanden. Hier wurde in 2005 durch die Ausweitung des Produktportfolios und die Entscheidung für ein neues Gebäude der Grundstein gelegt. Durch die Verstärkung im Bereich Applikationstechnik konnte man nun kundenspezifische Anforderungen direkt von der Niederlassung Marktheidenfeld ausgehend bearbeiten. Eine verstärkte Feldunterstützung der Kunden wurde durch stetig steigende Auftragseingänge honoriert. Der Vertrieb wurde auf vier Personen aufgestockt, um dem erweiterten Produktportfolio und der gestiegenen Nachfrage gerade im mittleren Preissegment gerecht zu werden. Der Umsatz hat sich seit dem Jahr 2005 nahezu verdoppelt, was eine eigene Sprache spricht, und uns bestärkt diesen Weg weiter zu gehen.
Die Märkte haben sich verändert, wo setzen Sie aktuell Ihre Schwerpunkte?
Natürlich bleiben wir in allen Segmenten aktiv. Vitronics Soltec ist ein global tätiges Unternehmen, das unterschiedlichsten Marktanforderungen gerecht werden muss. Dementsprechend werden auch werksseitig Schwerpunkte gesetzt, die wir übernehmen. Aufgrund der verstärkten Nachfrage nach Maschinen aus dem mittleren Preissegment wurden mit der „MR 933 bzw. 1243“ und auch im Bereich Welle mit der „Delta 3“ ein neues Maschinensegment eröffnet. Moderne und für jedermann bezahlbare Anlagen mit dem Prozess-„Know-how“ der „großen“ Systeme. Dies war ein weltweiter Erfolg in Stückzahlen gerechnet, an dem im internationalen Vergleich unser relativ kleiner Deutscher Markt, und damit natürlich auch wir, jetzt profitieren. Globalisierung hat hier eindeutig Vorteile – für alle! In den drei Produktionsstandorten weltweit (USA, China, Niederlande) werden zurzeit jährlich mehr als 1.500 Lötanlagen gefertigt.
Und die Unternehmensziele?
Auf unsere Niederlassung bezogen wollen wir einerseits der führende, unabhängige und lokale Partner für die hier ansässige Elektronikindustrie sein. Andererseits erheben wir auch Anspruch, technologisch den Schulterschluss mit unseren Kunden einzugehen und einen kontinuierlichen Wissens- und Erfahrungsaustausch kostenlos für unsere Kunden anzubieten. Mit diesem Motto haben wir uns einen festen Platz als bevorzugter Partner für Lösungen rund um das Thema „Löten“ für führende Elektronikproduzenten erarbeitet.
Herr Franz, als abschließende Frage noch: Wie sehen Sie die Zukunft?
Mit dem Weggang großer Elektronikfertiger ins Ausland hat sich auch der Markt für uns hier in Deutschland geändert. Es gibt glücklicherweise viele Mittelständler, die unseren Standort hochhalten und durch cleveres Vorgehen ihre Marktanteile kontinuierlich ausbauen. Innovation, Flexibilität und ein schnelles Reagieren sind hier die Garanten für anhaltenden Erfolg, und dies ist auch unser Bestreben. Mit den räumlichen und personellen Anpassungen, die in den letzten beiden Jahren durchgeführt wurden, sehen wir uns gut gerüstet für dieses Klientel, und unsere Auftragsbücher spiegeln dies wider. Zudem arbeiten wir daran, kontinuierlich zusammen mit unseren globalen Fertigungsstandorten die Produkte und den Service zu verbessern. Vitronics Soltec wurde ja in den vergangenen Jahren veräußert und ist nun Teil von ITW (Illinois Tool Works Inc.). Damit wurde auch die Vitronics Soltec GmbH in Deutschland zu einer eigenständigen Businesseinheit von ITW. Insgesamt hält das Unternehmen weltweit in 52 Ländern 850 eigenständige Businesseinheiten mit insgesamt 60.000 Mitarbeitern. ITW ist in unterschiedlichen Industriebereichen angesiedelt, und hält weltweit 21.600 Patente in den verschiedenen Segmenten. Mit einem Umsatz im zweistelligen Bereich in Milliarden USD und einem Gewinn im einstelligen Bereich in Milliarden USD ist ITW ein starker Partner von Vitronics Soltec. Etwaigen Gerüchten über die Schließung des Europäischen Standortes in den Niederlanden möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich widersprechen, auch wenn dieses Argument allzu gerne von Mitbewerbern verwendet wird, um wahrscheinlich von eigenen Problemen abzulenken. Im Gegenteil, das Werk in Oosterhout hat zudem den Zuschlag als „NPD(New Product Development)-Center“ erhalten, was den Standort nicht nur als Fertigungs-, sondern auch als Entwicklungsstandort zusätzlich stärkt.
Herr Franz, ein herzliches Danke schön für das Interview.
EPP 418
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