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Kernkompetenz verstärkt

Interview mit Huub Baren, CEO von IPTE NV im belgischen Genk
Kernkompetenz verstärkt

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Vor 15 Jahren wurde in Belgien der Grundstein für die IPTE NV gelegt. Huub Baren und seine Kollegen beweisen täglich, dass man auch in heutiger Zeit als Unternehmer erfolgreich sein und die Mitarbeiterzahl steigern kann. Eine konsequente und langfristige Strategie gepaart mit Kontinuität, ein wenig Geschick und Gespür machen es möglich, von 5 auf über 2 200 Mitarbeiter zu kommen. Wir sprachen mit Huub Baren, einem der Gründer der IPTE.

Herr Baren, die IPTE feiert in diesem Jahr ihr 15jähriges Bestehen. Wie ist das Unternehmen gestartet?

Wir waren 1992 fünf Ingenieure in Belgien. Gemeinsam hatten wir die Idee, ein Unternehmen für Test-Automatisierung zu gründen. Das war der Anfang.
Wie steht IPTE heute da?
Inzwischen ist die IPTE ein weltweit tätiges Unternehmen, das mehr als 2 200 Mitarbeiter beschäftigt. Im Geschäftsjahr 2006 konnten wir unseren Umsatz um knapp zwölf Millionen Euro auf über 138 Millionen steigern. Der Gewinn nach Steuern war mit knapp zwei Millionen Euro durchaus akzeptabel. Für 2007 planen wir ein Umsatzvolumen von mehr als 200 Millionen Euro.
Mit der Größe ist auch das Angebot gewachsen…
Das stimmt. Anfänglich stand die Idee, universelle Lösungen für die Testautomatisierung anzubieten, im Mittelpunkt. Im Laufe der Jahre wurde das Unternehmen wesentlich breiter aufgestellt. Dabei hat man die Idee der universellen Lösungen jedoch beibehalten. Das Angebot umfasst seit 1998 auch den Bereich der Produktionsautomatisierung. Durch gezielte Akquisition agiert die IPTE NV seit 1999 auch als Auftragsfertiger für die Elektronikindustrie.
Wie wurde das Wachstum erreicht?
Dies ist sowohl aus eigener Kraft als auch durch geeignete Akquisitionen erfolgt. Wir haben dabei Unternehmen akquiriert, mit denen wir unsere Kernkompetenzen verstärken sowie unser Produkt- und Leistungsangebot ergänzen konnten. Oder die Unternehmen haben uns einen Zuwachs an Know-how gebracht.
Mit dem Wachstum haben sich auch die Märkte verändert. Wo sind Sie aktuell aktiv?
Der Schwerpunkt des Geschäfts erweiterte sich neben Europa ab 1997 auf die USA. Ab 2002 kam auch der asiatische Raum hinzu. In den Zentren der chinesischen Elektronik-Industrie Shenzhen (in der Region Hongkong) und Shanghai wurden Vertriebsbüros eröffnet. Wir begleiten unsere Kunden weltweit an ihren Standorten. Eigene Büros und Niederlassungen betreiben wir in Belgien, den Niederlanden, England, Deutschland, Frankreich, Rumänien, Schweden, Portugal, der Slowakei, USA und China. Dazu haben wir fünf Engineering- und Produktionsstandorte in Belgien, Deutschland, Frankreich, Portugal und China für die Fabrikautomatisierung.
Wie sehen Sie IPTE aktuell im Markt?
Im Bereich der Fabrikautomatisierung und Produktionsausrüstung für die Elektronikindustrie ist IPTE einer der Marktführer. Zu unseren namhaftesten Kunden zählen beispielsweise Alcatel, Blaupunkt, Bosch, Delphi, Ericsson, Flextronics, Harman Becker, Jabil, Johnson Controls, Lear, Motorola, Philips, Sanmina, Schrader, Siemens, Solectron, Visteon.
Wie definieren Sie Ihre Unternehmensziele?
Wir wollen einerseits der führende, unabhängige und globale Partner für die Elektronikindustrie sein. Andererseits wollen wir mit unserer zweiten Aktivität der Highend-Auftragsfertiger für professionelle Produkte sein. Mit diesem Motto haben wir uns einen festen Platz als bevorzugter Partner für Automatisierungs- und Testlösungen für führende Elektronikproduzenten in aller Welt erarbeitet.
Auf welche Erfolge und Misserfolge blicken Sie zurück?
Der größte Erfolg ist für mich eigentlich die ganze Entwicklung von IPTE. 1992 waren wir knapp zehn Mitarbeiter. Wir hatten die Köpfe voller Ideen und nur unsere Ersparnisse. Zu den Erfolgen im Laufe der Zeit zählen sicher die Übernahmen der beiden französischen Unternehmen AND Elec und Antest. Sie sind beim Umsatz mit zusammen knapp fünf Millionen Euro jährlich nicht bei den größten Bereichen, aber sie sind sehr erfolgreich und äußerst profitabel. Der wichtigste Zukauf war und ist für uns das Contract Manufacturing Geschäft mit Connect Systems. Hätten wir damals diese Entscheidung nicht getroffen, wären wir heute nicht das, was wir sind. Dieser Geschäftsbereich wächst aktuell sehr stark. Auch die Übernahme der Printed Circuit Boards Assembly (PCBA) vom belgischen Unternehmen Barco 2006 gehört zu den herausragenden positiven Ereignissen. Beim Geschäftsbereich Factory Automation zählt die Entscheidung, in Heroldsberg unseren neuen deutschen Standort zu bauen, zu den Erfolgen. Dies war das richtige Signal, auch für unsere Kunden, um zu zeigen, wir sind hier! Es gab auch negative Ereignisse, die zum großen Teil aber vom Markt zu Misserfolgen gemacht wurden. Als Beispiel gehört ARF dazu. Wir hatten vor Jahren ARF gekauft, eine französische Firma, die nahezu ausschließlich aktiv war für Unternehmen, die in Frankreich Handys fertigten. Der Jahresumsatz lag bei ca. 20 Millionen Euro. Als dieser Markt zusammenbrach, war es auch mit ARF vorbei. Ein Flop war sicher Autoveyor in Singapur. Die Strategie stimmte, aber die operative Umsetzung war leider nicht erfolgreich, so dass wir uns von Autoveyor wieder getrennt haben.
Wie sehen Sie die Zukunft?
Unsere Planungen gehen eindeutig in Richtung Wachstum. Die aktuelle Konjunktur gibt ja positive Signale dazu und unsere Auftragsbücher spiegeln dies wider. Fest steht: Die IPTE-Gruppe muss weiter wachsen. Dazu werden wir uns in bewährter Weise auch nach geeigneten Akquisitionen umsehen. Zudem arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere Produkte und Services zu verbessern. Dass wir damit auf dem richtigen Weg sind, belegt beispielsweise der „Visteon Important Partner“-Award, den wir vor kurzem erhielten.
Herr Baren, vielen Dank für das geführte Gespräch und Ihre Zeit.
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