Erhöhte Transparenz mit vereinfachten Abläufen

Prozesssteuerung und mobile Datenerfassung

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Die Mannstaedt GmbH hat sich auf die Herstellung von warmgewalzten, kundenindividuellen Profilen aus Stahl für verschiedene, internationale Industriebranchen und weiterverarbeitete Fertigprodukte und Systeme spezialisiert. Das zur Georgsmarienhütte Holding GmbH gehörende Unternehmen beschäftigt am Produktionsstandort in Troisdorf bei Köln derzeit 720 Mitarbeiter. Unternehmensziel ist es, die Erfordernisse der Kunden durch Bereitstellung einer maßgeschneiderten Lösung zu erfüllen. Eine Lösung, in der Stahl, Form und Funktion eine optimale Synthese eingehen. Um diesen hohen Anforderungen auch zukünftig gerecht zu werden, entschied sich der SAP-Anwender für die Gründung eines neuen, modernen Logistikzentrums.

Membrain GmbH, Martinsried

Mit dem neuen Logistikzentrum beabsichtigte das Unternehmen zum einen, die Produktion zukünftig von Verlagerung und Versand zu entkoppeln. Der Grund dafür war, dass in der Vergangenheit die Fertigmaterialien bis zum Versand in der Produktion lagerten. Zum anderen war es dringend erforderlich, in der Produktion mehr Platz zu schaffen, da es mit der Zeit zu eng wurde. Auf einer Fläche von ca. 14.000m² können in dem neuen Logistikzentrum bis zu 20.000 Tonnen Stahl in Produktlängen von 1,5–18 Metern mit Hilfe von Staplern, Waggons und Kränen gelagert werden.
Von der Ausgangssituation zur Entscheidung
Bisher lagerte der Stahlprofil-Hersteller seine Fertigwaren in der Produktionshalle. Den Versand der Fertigmaterialien wickelte das Unternehmen durch manuelle Eingabe in SAP über das Modul SD ab. Die Mitarbeiter in der Versandabteilung erhielten die Kommissionier-Anweisung zugesandt. Sie tippten die jeweilige Auftragsnummer in SAP ein und erzeugten somit Versandetiketten, die sie anschließend auf die kommissionierten „Bunde“ klebten. Diese Vorgehensweise war sehr umständlich und zeitintensiv. Die Mitarbeiter waren voll in die Kommissioniertätigkeit eingebunden. Viele Tätigkeiten führten die Mitarbeiter manuell aus. In der Produktion herrschte Platzmangel, es war unübersichtlich und zudem behinderten die Abläufe den Produktionsprozess. Auch gab es bisher keine Lagerplatzverwaltung.
Das Unternehmen entschied sich, in dem neuen Logistikzentrum das SAP-Modul WM (Warehousemanagement) einzuführen. Daher suchten sie nach einer mobilen Lösung, die in Echtzeit mit SAP kommuniziert. Die SAP Standard-Prozesse sollten für die Mitarbeiter möglichst einfach bedienbar gemacht werden. Im Vordergrund stand dabei, dass die Scanner-Software stabil läuft und auch bei SAP-Ausfall verfügbar ist. Sie sollte Prozesse auf dem Scanner abbilden und zudem möglichst einfach und selbsterklärend sein. Besonderen Wert legte das Unternehmen auch auf die On-/Offline-Fähigkeit der Softwarelösung. Da nicht alle Bereiche im Werk mit WLAN abgedeckt sind, muss die Lösung auch dann weiter funktionieren, wenn sich z. B. ein Staplerfahrer gerade außerhalb des Hot-Spot-Bereiches befindet. Eine weitere Anforderung lag in der Möglichkeit, die Lösung nachträglich um RFID zu erweitern. Schließlich spielte noch die virtuelle Maschinen-Fähigkeit der Middleware eine Rolle. Insgesamt sollten die Prozesse und Abläufe optimiert, d. h. verbessert, vereinfacht, verschlankt und beschleunigt werden.
Im Rahmen einer Besichtigung bei einem Referenzkunden der Membrain GmbH konnte das Unternehmen die mobile Datenerfassung mit MembrainPAS in der Praxis sehen. Ausschlaggebend für die Entscheidung zu Gunsten der Lösung war, dass sie stabil und funktional ist, die Handhabung einfach und alle Scannertypen verwendbar sind. Zudem kommuniziert die Lösung in Echtzeit mit dem SAP-System und ist erweiterbar für neue Prozesse. Membrain mit Sitz in Martinsried ist eine der führenden Anbieter von vollintegrierten Standardsoftwarelösungen im Shop-Floor-Bereich. Das Produktportfolio reicht von der mobilen Datenerfassung bis hin zur Datenintegration in komplexe Systeme für Logistik und Produktion. Die Software wurde 2012 mit dem Innovationspreis Mittelstand sowie 2012 und 2013 mit dem Industriepreis ausgezeichnet.
Planung und Testphase
Besonders wichtig war es, vorab die vielen verschiedenen Prozesse und Anwendungsfunktionen in Logistik und Produktion zu definieren. Gemeinsam mit Membrain und der Firma Eilersconsulting GmbH, die für die Einführung von SAP-WM zuständig war, arbeitete der Stahlprofil-Hersteller ein Konzept aus. Dabei wurde festgelegt, welche Prozesse es gibt, wie diese dargestellt werden, welche Anforderungen an die einzelnen Prozesse bestehen und wie letztendlich die Umsetzung aussieht. Vor Implementierung der mobilen Datenerfassung führte das Unternehmen umfangreiche Tests durch. Um den Produktionsablauf nicht zu stören, wurden diese im SAP-Qualitätssicherungssystem vorgenommen. Auch die Erstaufnahme fand daher an einem Samstagvormittag statt. Sämtliche Produkte wurden dazu in das neue Logistikzentrum gefahren, eingescannt, verbucht und die entsprechenden Lagerplätze in Hürden- und Blocklagerung vergeben. Auf den mobilen Geräten wurde ein sog. System-Menü eingerichtet, welches das Testen von Barcodes sowie die Diagnose von Verbindungen ermöglicht. Wichtig war dem Stahlprofil-Hersteller auch, dass alle Bewertungen und Prozesse sauber sind und die Kommunikation zwischen dem neuen SAP-Modul WM und der mobilen Datenerfassung zu 100% funktioniert, bevor produktiv gegangen wird.
Inbetriebnahme des neuen Systems
Im Anschluss daran wurde die Mobile Application Platform MembrainPAS implementiert. Sie steuert die vielen verschiedenen, zuvor definierten Prozesse innerhalb von Logistik und Produktion und kommuniziert zugleich in Echtzeit mit dem SAP-System. Auch das neue SAP-Modul WM konnte dadurch einfach und flexibel eingebunden werden. Für die individuellen, sehr speziellen Anforderungen des Unternehmens entwickelte man SAP-eigene Bausteine, die gleichsam Services darstellen. Der Aufrufer nutzt diese wiederum in unterschiedlichen Transaktionen. Beispielsweise wurden TA-Bausteine für das Sperren eines Lagerplatzes im WM, das Anpassen von Liefermengen an die tatsächlich kommissionierte Menge, das Quittieren aller offenen TA-Positionen zu einer Lieferung oder das Drucken von Etiketten über die Nachrichtensteuerung entwickelt. Torsten Henrichmann, Projektleiter IT bei der Mannstaedt GmbH berichtet: „Durch MembrainPAS in Verbindung mit den für uns eigens entwickelten SAP TA-Bausteinen bekommen wir quasi den SAP-Standard in mundgerechten Häppchen serviert.“
Die mobile Datenerfassung MembrainPAS wurde in den Prozessen Einlagerung Fertigungsmaterial, Kommissionierung, Umlagerung/Umbuchung, Inventur der Fertigmaterialien, Etikettierung und Lager- und Materialbestand eingeführt. Beim Prozess Einlagerung Fertigungsmaterial gilt es z. B. die Produkte in der Fertigung zu verwiegen und in SAP zu buchen. Anschließend wird ein Transportauftrag ausgelöst. Der Staplerfahrer bringt die Charge vom Übergabeplatz an den entsprechenden Lagerort und quittiert den Transportauftrag zum Abschluss. Beim Vorgang Kommissionierung wird z. B. über SAP eine Lieferung erzeugt, die kommissioniert werden soll. Die Versandmitarbeiter stellen dann von den zuvor festgelegten Produkten eine bestimmte Menge zusammen. Nach Quittierung des Scann-Vorganges erzeugt SAP automatisch den Transportauftrag. Durch die Einführung der mobilen Datenerfassung mit MembrainPAS verbesserten und beschleunigten sich die Prozesse in Logistik und Produktion insgesamt. Die Abläufe wurden vereinfacht und transparenter gemacht. Der Status von Transportaufträgen kann jetzt beispielsweise eingesehen oder Etiketten über die Scanner erstellt werden. Durch das Zwischenspeichern der Daten ist das Weiterarbeiten, auch im Falle eines SAP-Ausfalls möglich. Die Lösung ist einfach zu bedienen, läuft zuverlässig und stabil. Durch den On-/Offline-Modus ist auch ein Arbeiten außerhalb des Hot-Spot-Bereiches möglich.
Der Erfolg zeigt, dass die Entscheidung zu Gunsten der Einführung des SAP-Moduls WM in Verbindung mit der Mobile Application Platform MembrainPAS die erwarteten, positiven Effekte bestätigt. Durch die Verbesserung der Prozesse wird die Transparenz erhöht und die Abläufe werden vereinfacht. Auch die Mitarbeiter nehmen die neue Lösung sehr gut an. Torsten Henrichmann erzählt abschließend: „Wir haben uns vor allem deshalb für MembrainPAS entschieden, da die Lösung stabil und funktional ist. Die Handhabung ist einfach und alle Scannertypen sind verwendbar. Hinzu kommt, dass die Lösung perfekt mit unserem SAP-System kommuniziert und erweiterbar für neue Prozesse ist. Auch das Preis-Leistungsverhältnis ist attraktiv.“
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