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Standort Deutschland – Kann’s die solare Leitindustrie richten?

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Standort Deutschland – Kann’s die solare Leitindustrie richten?

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Energie wird praktisch tagtäglich teurer. Wurde vor einigen Jahren (und wird immer noch) die Mikroelektronik in vielen Situationen als der allfällige Problemlöser betrachtet, können wir weiterhin auf diese Branche und ihre Technik bauen? Die Fertigung von Solarzellen aus Silizium zur Stromgewinnung (Photovoltaik, PV) ist engstens verwandt mit der Fertigung von Halbleiter-Chips. Vereinfachend gesagt ist eine Solarzelle nichts anderes als ein etwas größerer, spezialisierter Chip. Gefertigt werden „Solar-Chips“ – hier schließt sich der Bogen zur Elektronikfertigung – mit automatisierten Anlagen ähnlich zur Herstellung von Mikroelektronik. Bisher hat in Europa die deutsche Forschung und Industrie markante Solar-Entwicklungen forciert (im Gegensatz zur Rolle im weltweiten Halbleitergeschehen). Nicht zuletzt weil diese erneuerbare Energie aus dem staatlichen Fördertopf unterstützt wird – und auch Stromversorger müssen relativ hohe Einspeisevergütungen an die Betreiber von PV-Anlagen zahlen. Schon sieht die Solarbranche in diversen Jahren den „Strom vom Dach“ in einer kostengünstigeren Erzeugungssituation als jenen aus anderen Quellen. So soll die deutsche Photovoltaikbranche nach Einschätzung von IFO/München und EuPD-Research/Bonn auch künftig stark wachsen und ein wichtiger Industriezweig sein, vorausgesetzt die Förderung werde nicht zu schnell abgesenkt. Bis 2010 rechnet man bei weiterhin attraktivem Investitionsklima mit einer Umsatzverdopplung von 5,5 Mrd. Euro auf über 10 Mrd. Dabei soll die Exportquote von 37,5 % auf circa 50 % steigen und das Investitionsvolumen von 1,5 Mrd. auf 2,5 Mrd. Die meisten Investitionen werden in einheimische Produktionsstandorte fließen. Bereits in diesem Jahr könnte die deutsche Solarindustrie zum Nettoexporteur werden. In den nächsten zwei Jahren werde man außerdem rund 600 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investieren und damit die Spitzenstellung absichern. Die Mitarbeiterzahl der PV-Branche kann dabei von 41.000 auf 54.000 ansteigen.

Die deutsche Solarindustrie hat ihre wichtigsten Firmen und Standorte in Mitteldeutschland (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen), gehört dort zu den größten Branchen und fungiert auch als „Job-Maschine“. Diese Region hat derzeit sogar weltweit die höchste Dichte an Solarzellenfirmen. Im mitteldeutschen Solar Valley werden rund 20 % der weltweiten Solarzellen gefertigt. Insgesamt gibt’s in Deutschland über 70 Solarfabriken und 16 weitere sind derzeit im Bau. Günstige Standortfaktoren sind die erfahrenen Maschinen- und Anlagenbauer sowie die intensive Solarforschung mit über 60 Einrichtungen.
Doch nun ist auch die US-Halbleiterindustrie in Kalifornien auf dem Sprung. T.J. Rogers, CEO von Chip-Company Cypress (und Teilhaber an SunPower Corp.) bestätigt dazu gegenüber der NY Times, das dies der größte Markt sei, den das Silicon Valley jemals im Visier hatte. Seiner Überzeugung nach übersteigt das globale Marktvolumen letztlich jenen der Mikroelektronik-Chips (derzeit circa 280 Mrd. US-Dollar). Und natürlich ist er bei weitem nicht der einzige dort, der sich intensiv mit Anwendungen der Solartechnik beschäftigt. Mithin dürften die involvierten Unternehmen noch viele Überraschungen erleben. Sollten sich dann kalifornische „Goldgräber“ einmal mit frischen Ideen und ebensolchen Techniken sukzessiv diese Branche zu eigen machen, was passiert dann mit der Solarindustrie im Land der Bedenkenträger, ist sie stark genug?
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