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Warnung vor Rückgang der europäischen Halbleiterindustrie

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Warnung vor Rückgang der europäischen Halbleiterindustrie

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Bis zu einer viertel Million Arbeitsplätze, so warnt SEMI Europe (Semiconductor Equipment and Materials International), könnte der Rückgang der europäischen Halbleiterindustrie in Europa in Gefahr bringen. Während des 3. SEMI-Forums in Brüssel legte die Organisation EU-Beauftragten ihr Weißbuch vor. Es fordert die politischen Entscheidungsträger in EU und Mitgliedsstaaten angesichts der vorrangigen Bedeutung dieses Industriezweiges für die Stärke und globale Wettbewerbsfähigkeit der EU-Wirtschaft dringend zu Investitionen zur Unterstützung der europäischen Halbleiterindustrie auf.

Sowohl die Produzenten von Anlagen und Materialien als auch die Hersteller von Halbleiterbauelementen steuern heute etwa 39 Milliarden Euro direkt zur EU-Wirtschaft bei und verkörpern ungefähr 215.000 direkte Arbeitsplätze – zählt man die indirekten Arbeitsplätze mit, kommt man auf rund eine viertel Million.
Die Wertschöpfungskette der europäischen Halbleiterindustrie leistet einen bedeutenden Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt von EU-Ländern, insbesondere Österreich, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, den Niederlanden und Großbritannien. Sie ist von ausschlaggebender Bedeutung, dennn sie stellt europäischen Unternehmen in Schlüsselbranchen wie Energie, Transport, Telekommunikation, Verteidigung, Luft- und Raumfahrt, medizinische Geräte und Biotechnologie, Produkte zur Verfügung, die diesen europäischen Unternehmen helfen, auf globalisierten Märkten ihre Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit zu wahren. Die Halbleiterindustrie bietet nach einer Schätzung den Ursprung von 90 Prozent der Innovationen, die aus diesen Schlüsselsektoren stammen.
Allerdings stellt diese eigentliche Quelle der europäischen Innovations- und Wettbewerbskraft Europa vor eine gefährliche Zukunft. Der europäische Anteil am weltweiten Halbleitermarkt hat abgenommen. Das Volumen der europäischen Halbleiterproduktion ist ebenfalls in nur zwei Jahren geschrumpft. Es kommt noch schlimmer: Am 19. November sagte der Verband der Halbleiterindustrie in den USA einen weiteren Rückgang des weitweiten Halbleiterabsatzes für 2009 voraus. Europas Stellung wäre dadurch noch weiter gefährdet.
Der Rückgang des Marktanteils trotz des kontinuierlichen Wachstums beim Gesamtabsatz spiegelt auch die Rolle wider, die die Fertigung spielt: Sie differenziert sich und bewegt sich aus Europa fort. Größtenteils sind daran ungünstige globale Rahmenbedingungen schuld. Die europäischen Hersteller von Anlagen und Materialien, die die Halbleiterindustrie mit Maschinen und Teilen beliefern, sind meistens kleine bis mittelgroße europäische Unternehmen. Sie sind von einer künftigen europäischen Halbleiterindustrie abhängig, um ihre eigene Zukunft zu sichern.
Diese mittelständische Branche repräsentiert in ganz Europa 105.000 Arbeitsplätze. „Wenn die Halbleiterproduzenten Europa verlassen, sehen die einheimischen Anlagen- und Materialproduzenten einer ungewissen Zukunft entgegen”, meint Franz Richter, Vorsitzender des europäischen Aufsichtsrates von SEMI. „Die derzeitige Wirtschaftskrise und die wachsende Arbeitslosigkeit unterstreichen die dringende Notwendigkeit, Arbeitsplätze in der europäischen Halbleiterindustrie zu sichern.
Die Unterstützung einer stabilen und wettbewerbsfähigen Halbleiterindustrie in Europa ist unverzichtbar für den Erhalt von Arbeitsplätzen in Europa in allen Industriezweigen und für die Unterstützung der führenden europäischen Volkswirtschaften.”
Das Forum in Brüssel zeigte jedoch, dass es Auswege und Chancen gibt, denen Europa folgen kann und muss, um weiterhin erfolgreich am Markt teilzunehmen. Dazu bedürfe es entschiedener Führung und Koordination im Hinblick auf die Ausarbeitung von Lösungen für eine sektorenspezifische, auf industrielle Innovation ausgerichtete Politik sowohl auf EU-Ebene als auch auf der Ebene der EU-Mitgliedstaaten, so der Tenor der Veranstaltung.
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