Interview mit Thomas Frankenberger von OK International

Alles unter einem Dach

Interview mit Thomas Frankenberger von OK International.
Thomas Frankenberger, OK International„Die Automatisierung wird zukünftig eine noch stärkere Rolle spielen.“ Foto: OK International
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„Die Automatisierung wird zukünftig eine noch stärkere Rolle spielen, weshalb dieser Bereich weiterentwickelt wird. Hiervon profitieren vorrangig unsere Kunden, letztlich aber auch wir“, sagt Thomas Frankenberger, der bis Ende letztes Jahr für die Direktkundenbetreuung zuständig war und sich nun auf die Bereiche E-Commerce und das Marketing der Produktbereiche Metcal und Techcon von OK International fokussiert. Während der Produktbereich Metcal auf Handlötsysteme, Rework- und Schadstoffabsaugsysteme spezialisiert ist, fertigt Techcon Ventiltechnik und Dosieranlagen, inklusive aller in diesem Umfeld erforderlichen Komponenten.

In Europa werden bislang überwiegend direkte Vertriebskanäle genutzt. Warum rückt nun der Vertriebsweg über E-Commerce mehr und mehr
in den Fokus?

E-Commerce ist eine Vertriebsstruktur, die in den USA seit vielen Jahren genutzt wird und der sich OK International auch in Asien bedient. Gerade Großkunden greifen in der Regel gerne auf E-Commerce Lösungen zurück, da sich damit ein großes Produktsortiment und eine einfache Bestellabwicklung realisieren lassen. Die von uns angebotene Produktpalette eignet sich für den Vertrieb über E-Commerce-Plattformen, weshalb auch technische Händler, die europaweit auf E-Commerce setzen, ihr Produktportfolio mit unseren Produkten komplettieren. Zugleich setzen wir in Ländern wie Deutschland und Frankreich dennoch auf den Direktvertrieb, weil es letztlich unser Ziel ist, einen umfangreichen technischen Support anzubieten. Deshalb haben wir Anfang des Jahres das Marketing stark ausgebaut und mit Positionen wie Global Marketing Manager, Digital Marketing Manager und Online Support besetzt. Dadurch können wir unsere tiefgehenden Produktkenntnisse einbringen und den Service im Inbound-Marketing weiter optimieren. Schließlich wollen wir unsere Händler nicht nur dabei unterstützen, Kundenanfragen innerhalb von 24 Stunden zu bearbeiten, sondern darüber hinaus spezifische technische Lösungen anbieten.

Metcal hat für den Bereich der Handlöttechnologien auch smarte Technologien im Programm.
Was zeichnet diese Technologien aus?

Die Handlötgeräte sind inzwischen mit erweiterten Funktionen ausgerüstet. So stellen wir auf der diesjährigen productronica die ‚Connection Validation Funktion‘ vor. Dabei informiert ein optisches oder akustisches Signal den Anwender, sobald die intermetallische Phase abgeschlossen bzw. eine Lötstelle ausgebildet ist. Will ein Anwender diese Funktion nicht nutzen, lässt sie sich abstellen. Alle neuen Systeme von Metcal sollen zukünftig mit diesem Echtzeit Feedback-System ausgerüstet werden. Zudem erlauben SmartHeat-Systeme feste Temperatureinstellungen bei variabler Leistung. Während bei konventionellen Handlötsystemen die Temperatur vielfach mittels Potentiometer und über ein Heizelement mit einer Leistung von 50 W oder 100 W geregelt wird, gibt bei SmartHeat-Systemen die Heizelementlegierung der Lötpatrone die Temperatur vor. Damit wird die Leistung entsprechend der Größe der Lötstelle und der abfließenden Wärme automatisiert geregelt, weshalb Geräteeinstellungen nicht erforderlich sind. Der Anwender kann sich somit ganz auf seine eigentliche Aufgabe konzentrieren.

Wird es weitere Innovationen geben?

Weil für den Handlötbereich bislang keine Maschinendaten über durchgeführte Lötprozesse vorlagen, haben wir ein Kommunikationsmodul entwickeln. Darüber lassen sich Daten auslesen, exportieren und abspeichern, die mittels ‚Connection Validation Funktion‘ erfasst wurden. Das ermöglicht es, bereits vorhandene Leiterplattendaten innerhalb der Prozesskette zu komplettieren, den kompletten Lebenslauf einer Platine von der Fertigung bis zur Reparatur abzubilden und somit die Rückverfolgbarkeit sicherzustellen. Erste Versuchsmodelle gibt es bereits. Interessenten haben zudem die Möglichkeit, eine Beta-Version der Software über unsere Internetplattform herunterzuladen. Außerdem entwickeln wir derzeit in Verbindung mit unserem Kommunikationsmodul eine Software, die sich auf Basis des IPC CFX Standard für IoT mit fremden Systemen vernetzen kann. Künftig sollen dann all unsere Systeme auf dieser offenen, neutralen Plattform zur Datenübertragung basieren bzw. entsprechend umgestellt werden. Das erlaubt nicht nur das Erfassen und den Export von Daten, sondern auch die Vernetzung mit anderen Fertigungssystemen, um die Traceability im kompletten Prozessablauf sicherzustellen.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Frankenberger.

Das Interview führte Carola Tesche

www.okinternational.com/metcal

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