Startseite » Branchenstimmen » Top-Interviews »

Emil Otto Flux-und Oberflächentechnik GmbH zur Corona-Krise

Markus Geßner von der Emil Otto Flux-und Oberflächentechnik GmbH zur Corona-Krise
„Die Lage hat sich weiterhin dramatisch verschärft“

Anzeige

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat am 20.03.2020 eine Ausnahmezulassung für die Herstellung von Händedesinfektionsmitteln erlassen. Darauf hat der hessische Flussmittelhersteller Emil Otto GmbH sofort reagiert, wozu der Prokurist/Verkaufs- und Marketingleiter Markus Geßner dem Team der Redaktion EPP ein Statement abgab. Ab sofort darf das Unternehmen seine Händedesinfektionsmittel EO-HDC-001 und EO-EXO-CV an alle Einrichtungen der öffentlichen Gesundheit wie Krankenhäuser, Arztpraxen, Gesundheitszentren, aber auch andere Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der öffentlichen Versorgung wie Rathäuser, Gesundheitsämter etc. abgeben.

Wie und warum sind Sie auf Händedesinfektion gekommen und lässt sich der Bedarf abdecken?

EO-HDC-001 und EO-EXO-CV haben wir bereits zu Beginn der der Corona-Krise zum Schutz unserer Mitarbeiter entwickelt und unseren Mitarbeitern zur Verfügung gestellt. In den letzten beiden Wochen erreichten uns jedoch ständig Anfragen von verschiedenen Seiten. Diese mussten wir jedoch regelmäßig ablehnen, da wir diese Produkte nicht vertreiben durften. Mit der Ausnahmezulassung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit (BAuA) hat sich dieses nun geändert.

Kann die Elektronikproduktion dennoch mit ihrem Bedarf beliefert werden?

Die Emil Otto Flux- und Oberflächentechnik GmbH ist derzeit voll handlungs- und lieferfähig. Bisher können wir alle Anfragen und Bestellungen zu 100 % befriedigen. Soweit das vorhersehbar ist (wenn das in diesen Zeiten überhaupt möglich ist), wird das auch weiterhin so bleiben. Auch wenn uns die Beschaffung von Alkohol vor enorme aber bisher nicht überwindbare Probleme stellt.

Eins ist aber ganz entscheidend. Sollten Einrichtungen der öffentlichen Gesundheit wie Krankenhäuser, Arztpraxen, Gesundheitszentren, aber auch andere Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der öffentlichen Versorgung wie Rathäuser, Gesundheitsämter etc. einen entsprechenden Bedarf haben, werden wir diesen immer bevorzugt bearbeiten. Schließlich geht es hier um Menschleben und um unser aller Gesundheit. Wirtschaftliche Interesse haben dagegen zurückzustehen.

Wie sehen Sie die derzeitige Situation allgemein?

Bereits mit unserem Newsletter vom 13.03.2020 haben wir auf Grund der weltweiten Corona-Krise auf einen möglichen Versorgungsengpass und einer dramatischen Rohstoffverknappung und Verteuerung bei der Produktion von alkoholischen Flussmitteln hingewiesen. Die Lage hat sich weiterhin dramatisch verschärft.

Als aufmerksame Mitbürger konnten Sie den Medien entnehmen, dass den Herstellern von Desinfektionsmitteln derzeit die dringend benötigten Lösemittel (Ethanol und Isopropyl-Alkohol) ausgehen. Im Moment werden daher alle verfügbaren Kapazitäten von Lösemittel bevorzugt an die Hersteller von Desinfektionsmitteln ausgeliefert. Dieses Vorgehen ist absolut richtig und notwendig, da es primär um die Rettung von Menschleben und um die Erhaltung unser aller Gesundheit geht.

Es bedeutet aber zwangsläufig auch, dass alkoholbasierende Flussmittel sich weiter extrem verknappen und erheblich verteuern werden. Aus technologischer Sicht stellt dieser Umstand jedoch in den allerwenigsten Fällen ein wirkliches Problem da. Bis auf sehr wenige Ausnahmen können alkoholbasierende Flussmittel durch rein wasserbasierende Flussmittel oder durch Hybridflussmittel mit einem sehr geringen Alkoholanteil ersetzt werden. Oftmals sind wasserbasierende oder Hybridflussmittel mit einem geringem Alkoholanteil reinen alkoholbasierenden Flussmittel prozesstechnisch auch weit überlegen. Dies haben verschiedene Tests als auch Kundenanwendungen immer wieder eindrucksvoll bestätigt.

Zwingend notwendige alkoholische Flussmittel können ebenfalls, in fast allen Fällen, durch Flussmittel mit einem Alkoholanteil von 60 bzw. 70 % ersetzt werden. Diese Flussmittel verhalten sich zu 100 % wie alkoholbasierende Flussmittel.

Es ist jetzt die Zeit und das Gebot der Stunde, dass wir alle unsere Komfortzone verlassen und das umsetzen, was bereits seit langem ohne Probleme möglich ist. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Dringend benötigte Alkoholreserven sollten daher für das Leben und die Gesundheit der Menschen zur Verfügung stehen und nicht unnötigerweise auf einer Leiterplatte landen. Wir unterstützen alle unsere Kunden und Händler, nunmehr wasserbasierende Flussmittel einzusetzen.

Selbstverständlich sind wir zu 100 % für unsere Kunden und Händler da, sofern bei der Umstellung unser Wissen und unsere Erfahrung gefragt ist. Jeder Liter Alkohol kann die weitere Ausbreitung des Corona-Virus verhindern oder sogar Menschenleben retten.

www.emilotto.de

Anzeige
Schlagzeilen
Aktuelle Ausgabe
Titelbild EPP Elektronik Produktion und Prüftechnik 4
Ausgabe
4.2020
LESEN
ABO
Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper

Videos

Hier finden Sie alle aktuellen Videos

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de