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Elektronische Baugruppen und Leiterplatten EBL 2018

Multifunktionale Aufbau- und Verbindungsstechnik - Beherrschung der Vielfalt
Elektronische Baugruppen und Leiterplatten EBL 2018

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Die 9. DVS/GMM-Fachtagung „Elektronische Baugruppen und Leiterplatten EBL 2018“ in Fellbach hatte erstmals den Nachwuchs besonders im Fokus. Auf der bekannten Konferenz mit Fachausstellung vom 20. bis 21. Februar verliehen die Veranstalter DVS – Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e. V. und GMM – VDE/VDI-Gesellschaft Mikroelektronik, Mikrosystem- und Feinwerktechnik den EBL-Preis für Nachwuchsforscher.

Während der 9. Fachtagung EBL gab es drei Vorträge eingeladener Redner, 50 technische Vorträge in drei parallel stattfindenden Sessions sowie in diesem Jahr neu sechs Vorträge von Nachwuchsforscher unter der Diskussionsleitung von Klaus-Dieter Lang und Martin Schneider-Ramelow, beide vom Fraunhofer IZM Berlin. Die sechs junge Forscher präsentierten ihre Beiträge unter dem Motto Multifunktionale Aufbau- und Verbindungstechnik – Beherrschung der Vielfalt. In ihren 15-minütigen Vorträgen stellten sie ihre Projekte und Masterarbeiten vor gut 220 Experten auf diesem Gebiet vor. Bewertet wurde dabei nicht nur der Vortrag selbst, sondern auch, wie dieser präsentiert wurde. Dabei konnte sich schließlich Felix Fischer, Bachelor und Master an der HTW Berlin sowie studentische Hilfskraft im Fraunhofer IZM, mit seinem Vortrag „Alterungsphänomene beim Al-Drahtbonden mit semiautokatalytisch abgeschiedenem Gold auf chemischen Ni-Schichten“ durchsetzen. Er erhielt von Professor Dr.-Ing. habil. Mathias Nowottnick, Vorsitzender der Nachwuchs Jury, den ersten EBL-Preis für Nachwuchsforscher. Während der Vorträge der sechs Nachwuchsforscher gab es noch eine weitere Neuheit. Die junge Referentin Dorothea Hahn war nicht anwesend, da sie gerade ein Praktikum bei Daimler in Singapur absolviert. Insofern wurde ihr Beitrag per Video den Tagungsteilnehmern präsentiert.

Zur Eröffnung, nach der Begrüßung durch Klaus-Dieter Lang, wurden die drei Vorträge der Gastredner präsentiert.

Matthias Dietel, IBM Germany Lab, Böblingen

Digitalisierung Chancen & Risiken

Der Vortrag gab einen Überblick zum Stand der Technik und wo sich IBM dabei befindet. Technologie ändert sich und die neue Technik kann genutzt werden, um eine bessere Zukunft zu gestalten und ein besseres Leben zu ermöglichen. Doch die Digitalisierung verändert Geschäftsmodelle und Individuen radikal. Eine Technologie, die Vertrauen abbildet, so wie Blockchain, wird dabei immer wichtiger. Gerade in der globalen Supply Chain gibt es eine Reihe von Einflussgrößen, um durch Digitalisierung die Produktivität zu steigern. Dabei bieten die Möglichkeiten der Blockchain eine ideale Grundlage für große Netzwerke mit vielen verschiedenen Partnern in weltweiten Lieferketten. Blockchains funktionieren dabei ähnlich wie ein gemeinsames Kassenbuch für alle Partner. Sie ermöglichen die gemeinsame, unveränderbare Aufzeichnung aller Transaktionen, die innerhalb dieses Netzwerkes stattfinden. Zudem gestatten sie den jeweils berechtigten Partnern den Zugriff auf vertrauenswürdige Daten in Echtzeit. Mit Nutzung der Technologie kann ein völlig neues System von Anweisungen und Zustimmungen in den Informationsfluss eingeführt werden. Es erlaubt, dass die unterschiedlichen Handelspartner eine einheitliche Version dessen erhalten, was von allen Beteiligten als korrekt betrachtet wird. IBM und Maersk starteten eine Zusammenarbeit, um gemeinsam neue Blockchain- und Cloud-basierte Technologien zu entwickeln. Seither haben verschiedene Partner die Plattform getestet. Die Tests haben gezeigt, wie die Plattform einen Transport für alle Beteiligten einer Lieferkette End-to-End sichtbar machen. Gleichzeitig können benötigte Dokumente digitalisiert und die Abfertigung automatisiert werden. Mit einer durchgehenden Digitalisierung und Integration der Supply Chain auf Basis einer Blockchain kann die Komplexität reduziert, die Transparenz erhöht sowie der sichere Informationsaustausch unter den Handelspartnern verbessert werden. Im Kern geht es dabei immer um eine emotionale Wahrheit. Insofern wird eine Technologie, die Vertrauen abbildet wie Blockchain für sämtliche Prozesse immer wichtiger.

Berthold Hellenthal, Audi AG, Ingolstadt

Einzug der Hochintegration in die Automobilelektronik

Der Vortrag startete mit der humoristischen 1,5 Minuten dauernden Anzeigenkampagne von Audi, in der das Unternehmen einen der größten Filmcharakteren der Geschichte aufzeigt, „The Invisible Man“. Der ehemals große Star präsentiert sich nun in dem Auto-Movie und sieht sich einem Hindernis gegenüber, nämlich der neuen selbstfahrenden Technologie des Unternehmens. Audi zeigt mit dem A7 Piloted Driving Konzept, dass autonomes Fahren durchaus keine Zukunftsvision mehr ist. Autonomes Fahren, wo sich niemand mehr am Steuer befindet und Sensoren quasi einen Kokon um das Fahrzeug bilden. Zur Verdeutlichung ging der Redner auf die übergreifenden Halbleiterstrategie des Unternehmens (Progressive SemiConductor Program / PSCP) ein. Nachdem sich heute bis zu 10.000 Halbleiter und bis zu 100 Steuergeräte in einem Kraftfahrzeug befinden, ergeben sich neue Projektstrukturen, deren Synergien neue Lösungen ermöglichen. Nach genauer Analyse der Themenfelder Kompetenz, Versorgungssicherheit, Qualität, Innovation, Kosten und Termine findet sich ein Keyelement, welches in allen Bereichen wichtig ist, nämlich der Halbleiterhersteller. Insofern findet die Besprechung nicht mehr mit Tier 1, sondern mit den Halbleiterherstellern statt, ohne die eine Verbesserung nicht möglich wäre. Die Rolle des Halbleiterherstellers ändert sich von einem Teilelieferanten zu einem Partner auf Augenhöhe. Der Trend die Anzahl an Steuergeräte zu reduzieren und diese zusammenzufassen hält an. Doch lässt es das Fahrzeugpackage oft nicht zu, große integrierte Steuergeräte einzubauen oder aber ist die Integration in andere Steuergeräte aus Kostengründen nicht lohnenswert. Hier ist möglichst frühzeitiges Erkennen und Lösen von Problemen von Vorteil. Und die Latte der Anforderungen bezüglich Zuverlässigkeit, Nullfehlerproduktion mit robusten Prozessen inklusive einer einwandfreien Logistik liegt hoch. Eine fortschrittliche Fehleranalyse ist die Grundlage für Innovation, Geschwindigkeit, Qualität, Zuverlässigkeit sowie garantierte Funktion über Lebensdauer. Die technologischen Fokusfelder von Audi laut Markenstrategie 2025 liegen im digitalen Ökosystem (MyAudi), intelligenten Systemen und Technologien (Audi AI) und emissionsfreier Mobilität (e-tron).

Dr. jur. Wolfgang Schneider, Rechtsanwalt

Möglichkeiten & Grenzen autonomen Fahrens: Wie das Recht die Wettbewerbsfähigkeit prägen kann

Laut Prophezeiungen der wichtigsten deutschen Automobilmanager soll das selbst fahrende Auto schneller als gedacht zum Massenprodukt werden. Die Automobilindustrie rechnet mit einem raschen Fortschritt bei der Entwicklung von neuen Assistenzsystemen und autonom fahrenden Autos. Doch noch können autonome Fahrzeuge nicht zugelassen, geschweige denn dürfen diese gefahren werden. Auch bestehen bei Fragen der Haftung und Versicherung noch längst keine rechtlichen Grundlagen. Der Vortrag gab einen Überblick über das Zulassungs-, Verhaltens-, Haftungs-, sowie Versicherungsrecht, dem Datenschutz und zur Rechtspolitik. Als Fazit war zu hören, dass das geltende Recht autonomes Fahren nur in sehr begrenztem Umfang abdeckt, da die technische Entwicklung dies weit überholt hat. Das Recht muss, sowohl national als auch international, dringend revidiert werden, um den Vorsprung der Leitmarktfunktion von USA einzuholen. Mit dem neuen Straßenverkehrsgesetz (StVG) vom Juni 2017 hat Deutschland bereits einen guten Anfang gemacht. Dies besagt, dass hoch-/vollautomatisierte Fahrzeuge jetzt zulässig sind, allerdings muss der Fahrer stets übernahmebereit sein. Der Halter haftet immer noch für Schäden, allerdings mit Rückgriffmöglichkeit auf den Hersteller. Im Datenschutz muss der Grundsatz der informationellen Selbstbestimmung etabliert werden. Und im Haftungs- und Versicherungsrecht muss dem Halter der Rückgriff auf den Hersteller offenstehen. Langfristig muss ein neues System eingeführt werden, bei dem jeder Unfallschaden von den beteiligten Versicherungen ohne Rücksicht auf Verschulden voll ausgeglichen wird.

Wie gewohnt wurde auch der Preis für den besten Beitrag der EBL 2018 verliehen. Silvia Hertel, Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme ENAS in Chemnitz, erhielt für ihren Vortrag „Elektrochemische Abscheidung von Aluminium für die Leiterplatte“ die Auszeichnung aus den Händen von Professor Dr.-Ing. Dr. sc. techn. Klaus-Dieter Lang, wissenschaftlicher Tagungsleiter der EBL 2018.

Nach dem dynamischen und jungen Auftakt bot die Fachtagung auch am zweiten Vortragstag informative und neue Einblicke in Themen wie „Neue Materialien und Aufbaukonzepte“, „Prozesssicherheit und Produktprüfung“ sowie „Schaltungsträger“. Die Vorträge stießen bei den Teilnehmern auf große Resonanz und führten zu intensiven Diskussionen. Eine Tabletop-Ausstellung mit 24 Tischen und die gut besuchte Abendveranstaltung rundeten die Tagung ab.

Die nächste und 10. DVS/GMM-Tagung findet am 18. und 19. Februar 2020 wieder in der Schwabenlandhalle in Fellbach statt, auch der Termin für die 11. EBL steht bereits fest, der 22. und 23. Februar 2022. (dj)

www.dvs-media.eu

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