IE-Geschäftspartner: Enics und Ersa

Alles fließt in der EMS-Produktion

Anzeige
Mit „World Class Manufacturing“-Dienstleistungen ist Enics der EMS-Partner für Industrie-Elektronik, der seinen Kunden vernetzte Lösungen in den Bereichen Entwicklung, Fertigung und Betreuung bietet. Der Standort Turgi ist spezialisiert auf die Produktion von hoher Variantenvielfalt bei kleinen bis mittleren Stückzahlen, umfassendes Produkt-Lebenszyklus-Management und komplexe Systemassemblierung. Beim Thema Löten setzt Enics Schweiz schon seit Jahren auf Anlagen von Systemlieferant Ersa.

Für Meinrad Eckert, seit über 20 Jahren als Area Sales Manager bei Ersa verantwortlich für Süddeutschland und die Schweiz, lautet das Ziel heute: Enics. Allerdings steuert der Vertriebsmann nicht das in Zürich ansässige Headquarter der Enics-Gruppe an, sondern nimmt Kurs auf den Produktionsstandort Turgi im Kanton Aargau, das idyllisch am Fluss Limmat gelegen ist. Regelmäßig ist Lötmaschinen-Experte Meinrad Eckert selbst bei Enics Schweiz vor Ort, pflegt Kontakte und führt Expertengespräche. Sein Ansprechpartner seit vier Jahren und auch beim heutigen Termin: Roger Frei, Manager Product Engineering & Technology bei Enics Schweiz. In dieser Funktion ist Roger Frei Hüter der technologischen Prozesse und Leiter eines siebenköpfigen Teams, das bei Bedarf um weitere Experten erweitert werden kann.

2012 noch neu im Unternehmen, ging es für Roger Frei damals darum, eine neue Wellenlötanlage zu beschaffen. Eine engere Auswahl war, so Frei, schnell erstellt. „Zusätzlich habe ich mir auf Messen ein eigenes Bild gemacht. Danach haben wir uns auf zwei, drei Systeme fokussiert, die wir näher anschauen wollten. Natürlich unter Einhaltung der ,Approved Vendor List‘, kurz AVL, in der wir in der Unternehmensgruppe definieren, mit welchen Lieferanten man in welchen Prozessen bevorzugt zusammenarbeitet. Letztlich geht es darum, dass in unseren acht Werken ein standardisierter Maschinenpark installiert ist. Dies, damit wir einerseits für unsere Kunden rasche und erfolgreiche Produktetransfers realisieren können, und andererseits, damit wir auch unternehmensintern Synergiepotenziale nutzen können“, sagt Ingenieur Frei. Ersa war 2012 bereits in der Enics-Gruppe sowie auch bei Enics Schweiz gut vertreten mit Wellen- und Selektivlötanlagen. Die erste Versaflow, eine 1-Tiegel-Maschine, wurde am Standort in Turgi 2005 in Betrieb genommen – zu einer Zeit, als das Selektivlöten sich gerade in der Schweiz etablierte. Enics Schweiz hat früh die Vorteile dieses Lötprozesses genutzt – nach Aussagen von Mitarbeitern aus der Linie „ist die Anlage gut gelaufen, hat sich hervorragend bewährt und war stark ausgelastet“.
Enics – Fokus auf Industrieelektronik
Zurück ins aktuelle Geschäftsjahr 2016, in dem Länder wie die Schweiz und Deutschland vor allem in der Elektronikfertigung immer mehr auf hohe Flexibilität, Produktion von kleinen bis mittleren Stückzahlen bei hoher Variantenvielfalt und höchste Qualität setzen. Bei Enics Schweiz wird absolut kein durchschnittlicher Produktionsmix gefahren – neue Technologie steht hier gleichberechtigt neben Elektronik, die 30 Jahre und mehr im Einsatz ist. „Das liegt an unseren Kunden, für die wir produzieren und deren Produkte durchaus auf eine Lebensdauer von zwei, drei Jahrzehnten angelegt sind – dabei handelt es sich um Branchen wie Stromübertragung oder Eisenbahntechnik. Gerade in der sich rasant entwickelnden Elektronikfertigung ist das eine extrem lange Zeit“, sagt Roger Frei. Zudem bewege man sich hier in einem stark umkämpften Markt, so dass ein EMS-Dienstleister wie Enics seinen Kunden hohe Flexibilität, Qualität und innovative Dienstleistungen bieten müsse, um gemeinsam in der angestrebten langfristigen Partnerschaft wachsen zu können. Ein anspruchsvolles Umfeld, in dem sich das Unternehmen da bewegt. Aber als Teil der Unternehmensgruppe ist man Mitglied eines internationalen Netzwerks, das gut aufgestellt ist und mit derzeit weltweit rund 3.200 Mitarbeitenden in acht Werken auf zwei Kontinenten im Jahr 2015 erstmals die 500-Millionen-Euro-Marke geknackt hat.
Für Enics Schweiz arbeiten aktuell 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Man sieht sich nahe am Kunden, sei auf einem guten Weg und habe in den vergangenen Jahren zahlreiche Neukunden gewinnen können. Das kann Geschäftspartner Ersa nur bestätigen: „Mit bislang 14 Lötmaschinen ist die Unternehmensgruppe einer unserer Topkunden. Wir tun alles dafür, dass wir als Industrieelektronik-Geschäftspartner die Anforderungen mit unserem umfangreichen Produktportfolio abdecken können. Dazu müssen wir stets mit unserem Angebot auf dem neuesten Stand der Technik bleiben und in puncto Elektronikfertigung immer wieder innovative Maßstäbe setzen“, sagt Area Sales Manager Eckert.
Die Zusammenarbeit mit proaktiven Partnern wie Ersa ist für Enics einer von zahlreichen Erfolgsfaktoren, die alle ein Ziel haben: dem Kunden Mehrwert bieten. Darauf zielt auch das Enics-Assessment ab, in dessen Verlauf alle konzerninternen Technologien und Prozesse auf den Prüfstand kommen. „Bei uns findet jährlich das Enics Manufacturing Process Assessment, kurz EMPA, statt, bei dem jeweils eine Gruppe von sechs Personen eine Woche in einem Enics-Werk zusammenkommt und gemeinsam dessen Prozesse analysiert“, berichtet Roger Frei. Dabei werden die Prozesse und Technologien in den Bereichen SMT, THT, Test und Final Assembly – etwa Nutzentrennen, Reinigen und Lackieren – genau durchleuchtet. Aber auch generelle Themen wie ESD, Rückverfolgbarkeit, Training, 5S oder Sicherheit werden betrachtet.
Stets gehe es in diesen intensiven Tagen um bilateralen Austausch und die Frage: Wo stehen wir, wo wollen wir hin, wie können wir uns gemeinsam verbessern?
Damit werde in allen Werken Produktions-Know-how auf vergleichbarem Level sichergestellt, auch wenn jedes Werk seine eigenständige Ausrichtung behalte. Roger Frei: „Nicht alles lässt sich ins eigene Werk übertragen, aber man bekommt stets frischen Input und Ideen für die eigenen Aufgaben. Dies stets mit dem Ziel, den stetigen Fortschritt in der gesamten Unternehmensgruppe voranzutreiben.“
Auf dem Weg zur Lean Production
„Ebenso treiben wir gruppenweit das Thema Lean Production gezielt voran. ,Lean‘ ist für uns seit einigen Jahren ein Kernthema, für das wir in jeder Business-Unit einen eigenen Spezialisten haben, der Lean Production kontinuierlich umsetzt“, sagt Roger Frei. Man sehe an der Fertigung in Turgi, dass in den letzten Jahren viel Positives erreicht werden konnte, beispielsweise in Bezug auf die Umstellung auf den Einstückfluss. Es wurde und wird weiterhin nachhaltig in den Standort in der Schweiz investiert. Neueste Produktionsmittel garantieren auch in einem internationalen Umfeld eine flexible, kostenoptimale und wettbewerbsfähige Fertigung.
Dazu gehöre in absehbarer Zeit auch die „Manufacturing Execution System“-Anbindung (MES) der unterschiedlichen Produktionseinheiten und der Ausbau der automatisierten Fertigung, etwa beim THT-Bestücken oder bei einer vorgeschalteten automatischen optischen Inspektion. „Bezüglich der MES-Anbindung werden sich die Enics-Softwarespezialisten rechtzeitig mit den Ersa-Ingenieuren kurzschließen, um gemeinsam die Anbindungsmöglichkeiten zu prüfen – wenn man hier auf bereits bestehende Lösungen zurückgreift und ggf. modifiziert, ist das sicher günstiger als eine komplett neu zu entwickelnde Lösung“, sagt Vertriebsmann Eckert. Da hier nahezu jeder Kunde eigene Vorstellungen mitbringt, ist es für den Maschinenlieferanten immer wichtiger, keine starren, unveränderbaren Standardmaschinen anzubieten – gefragt sind vielmehr Maschinen, die dank eines modularen Aufbaus so flexibel sind, dass sie auf alle möglichen Anforderungen angepasst und auch künftig schnell und einfach nachgerüstet werden können. Ersa greift hier auf einen reichen Erfahrungsschatz zurück, der immer wieder gewinnbringend bei Kundenwünschen zum Einsatz kommt. Auch bei Enics.
Lebenszyklus-Management – 30 Jahre und mehr
Eine Enics-Kernkompetenz ist sicher das vernetzte Abwickeln des kompletten Produkt-Lebenszyklus – von der Entwicklung über die Produktion bis hin zur Betreuung. Prototypen werden beispielsweise auf den Anlagen für die Serienproduktion gefertigt, so dass von Beginn an unnötige Kosten in der Industrialisierungs-Phase vermieden werden können. Oder Bereich After Sales: Enics Schweiz hält Testequipment aus den 70er-Jahren einsatzbereit. „Die Partnerschaft mit unseren Kunden ist ja eben langfristig ausgelegt. Und bei Kundenprodukten, die auf eine jahrzehntelange Lebensdauer bzw. bis zu 30 Jahre Produzierbarkeit ausgelegt sind, sind innovative Dienstleistungen wichtig. Services, die schon heute ans Morgen denken. So hat das Unternehmen in 2015 beispielsweise in einen Paternoster für die Langzeitlagerung von Komponenten investiert. Damit ist ein professionelles Obsolescence-Management möglich – und bei Bedarf kann das Unternehmen längst abgekündigte, aber dank der richtigen Lagerung und Prüfung voll funktionsfähige Bauelemente auf der Versaflow verlöten.“
Ingenieur Roger Frei ist sehr zufrieden, wie sich der Standort Turgi und die Unternehmensgruppe insgesamt in den letzten Jahren entwickelt haben. Man sei gut vorangekommen in Bezug auf die Lean-Aktivitäten, „World Class Manufacturing“ und die Entwicklung neuer proaktiver Dienstleistungen. Man arbeite heute ganz anders als noch vor fünf Jahren. Heute präsentiert sich die Fertigung und die entsprechende Logistik optimiert auf die entsprechenden Lean-Vorgaben. Anstelle von Batch-Fertigung setze man jetzt auf Flussfertigung, um Durchlaufzeiten zu reduzieren. Dass das Unternehmen hier mit seinen Bemühungen auf dem richtigen Weg ist und die geforderte Qualität liefert, zeigt der Zuspruch der Kunden – ob von Kunden, die seit vielen Jahren in enger Partnerschaft mit dem Unternehmen stehen oder jüngst dazugewonnen. Und auch wenn sich das Verhältnis im Bleifrei/Bleihaltig-Produktionsmix von aktuell 50 : 50 weiter zugunsten „bleifrei“ verschieben dürfte: Enics Schweiz ist vorbereitet und hat mit Ersa auch künftig den optimalen Systempartner an seiner Seite, um die Produktion auf kommende technologische Anforderungen umzustellen und auf das nächste Level zu heben!
Anzeige

Schlagzeilen

Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper

Videos

Hier finden Sie alle aktuellen Videos

productronica

Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de