Steuerung des Materialnachschubs durch Transparenz Nachrüstlösung zur Prozessoptimierung - EPP

Steuerung des Materialnachschubs durch Transparenz

Nachrüstlösung zur Prozessoptimierung

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Der weltweit tätige Automobilzulieferer Auto-Kabel konfektioniert in seiner Fertigung aus den hergestellten Kabeln fertige Leitungssätze zur Stromversorgung. Hierfür müssen unter anderem die eingesetzten Schweißmaschinen stets mit ausreichend Material versorgt werden, ohne dabei überflüssige Sicherheitsbestände aufzubauen. Der Schutz vor leerlaufendem Material sollte die Stillstandzeiten der Maschinen auf ein Minimum reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigt das Unternehmen volle Transparenz über die Bestände in den FIFO-Regalen sowie ein zuverlässiges, transparentes und nachrüstbares System zur Materialnachschubsteuerung. Die Antwort darauf wurde bei Werma in der einfachen Nachrüstlösung StockSaver gefunden: Dieses System zur Prozessoptimierung schützt vor Leerlaufen der FIFO-Regale, löst typische Kanbanprobleme und reduziert sukzessiv bisher notwendige Sicherheitsbestände auf ein Minimum.

Der Automobilzulieferer verfügt weltweit über 8 Produktionsstandorte mit rund 3.500 Mitarbeitern und hat in allen Standorten die Materialbereitstellung an geeigneten Maschinen und Arbeitsplätzen über Behälter und Rollenregale gelöst. Diese sind nach dem FIFO-Prinzip ausgelegt, wobei das Akronym für „First In – First Out“ steht und sicher stellt, dass alle Teile, die man zuerst bereitstellt, auch an erster Stelle entnommen und eingesetzt werden. Auch am Hauptsitz im süddeutschen Hausen im Wiesental kommen in der Fertigung von Leitungssätzen für das Energiemanagement im Automobilbau solche Durchlaufregale mit Rollenbahnen zum Einsatz. Diese stehen im Idealfall direkt neben den Maschinen und stellen den hier tätigen Mitarbeitern das benötigte Material, wie beispielsweise Kabelschuhe oder Batterieklemmenzum Einlegen in die Maschine bereit. Die Durchlaufregale in diesem Bereich verfügen über insgesamt 90 Materialfächer, welche mit je drei Behältern pro Fach befüllt sind. Jeder Behälter wiederrum bevorratet bis zu 400 Teile.

Die Herausforderung: Reduzierung der
Stillstandszeiten

Die Abteilung Industrial Engineering der Auto-Kabel Management verantwortet die Optimierung von Abläufen in den Unternehmenswerken. Die Kollegen sahen sofort ein erhebliches Verbesserungspotential in einem Bereich: „Bei den Schweißmaschinen zur Konfektionierung der Leitungssätze mit der vorgesehenen Anschlusstechnik kam es immer wieder zu Engpässen.

Aufgrund des hohen Materialdurchlaufs von Kabelschuhen und Batterieklemmen an diesen Maschinen entstanden immer wieder Leerlaufzeiten, weil der Materialnachschub ins Stocken geriet. Das wollten wir abstellen, allerdings ohne unnötig hohe Kosten und Platz für zusätzliche Sicherheitsbestände zu verursachen.“

Eine weitere Erkenntnis zur Erhöhung der Ausbringung: „Bislang mussten unsere Maschinenbediener häufig ihren Arbeitsplatz verlassen und den Logistiker aufsuchen, wenn das Material leer war. In dieser Zeit standen die Maschinen still – für uns ein absolutes No-Go!“ Durch die wiederkehrenden Unterbrechungen wurde der Produktionsfluss immer wieder unterbrochen, was auch einen Effekt auf die nachfolgenden Stationen hatte „Hier muss eine Lösung her – und zwar schnell!“

Auf der Suche nach einer Lösung

Der Erstkontakt kam auf einer der zahlreichen Roadshows zustande, bei welchen Werma regelmäßig seine Lösungen vorstellt. „Wir waren eigentlich auf der Suche nach einer E-Kanban-Lösung zur Materialnachschubsteuerung an unseren Schweißmaschinen, welche bisher über Durchlaufregale mit Material versorgt wurden“, erklärt das Industrial Engineering des Automobilzulileferers. „Wir kannten von Werma bereits die MDE-Alternative SmartMonitor. Da haben wir uns natürlich gleich mal umgehört, was Werma denn sonst noch zu bieten hat und uns die StockSaver-Lösung angesehen“, sagt Maik Engelhardt, Pilot-Projektleiter Industrial Engineering.

Nach einer ersten Vorstellung wurde sofort entschieden, dass eine Vor-Ort-Besichtigung erfolgen soll und drei Durchlaufregale, welche insgesamt 90 Materialfächer beinhalten, mit dem System ausgerüstet werden. Direkt zu Beginn wird klargestellt, dass wenn dieser Testlauf erfolgreich verläuft und das System einen echten Mehrwert bietet, auch weitere Materialbereitstellungsplätze damit ausgerüstet werden. „Das System klang wirklich sehr vielversprechend und wir waren uns sicher, dass wir durch den Einsatz von StockSaver den Materialnachschub optimal steuern und somit die Stillstandzeiten unserer Schweißmaschinen minimieren können.“

So einfach funktioniert das System

StockSaver ist wartungsfrei, einfach nachrüstbar und für alle FIFO-Rollenregale geeignet. Die intelligenten Meldepunkte im FIFO-Regal sorgen für volle Transparenz über den Materialbestand und schützen dank automatisierter Materialanforderung vor Fehllieferung oder Leerlauf. So wird im FIFO-Regal die Halbierung des Bestands angestrebt, da bisher notwendige Sicherheitsbestände abgebaut werden können.

Dabei funktioniert das System ganz einfach: Sensoren überwachen die Anzahl der Behälter, d.h. den tatsächlichen Materialbestand im FIFO-Rollenregal als Meldepunkt in der Logistikkette. Diese Daten werden mittels einer so gennannten „SmartBOX“ über ein robustes Funknetz an die StockSaver-Software übermittelt und dargestellt – so entsteht ein „digitaler Zwilling“ aller eingebundenen FIFO-Rollenregale und es besteht jederzeit höchste Transparenz über verfügbares Material im FIFO-Regal am Arbeitsplatz. Das System löst alle typischen Kanbanprobleme, schafft deutlich mehr Platz für wertschöpfende Tätigkeiten in der Produktion und erhöht den Cash Flow. Durch die mit StockSaver realisierte automatische Materialanforderung werden menschliche Fehler weitestgehend ausgeschlossen und damit bisher notwendige Sicherheitsbestände überflüssig.

Automatisierte und effiziente Versorgung

„Ein großer Vorteil von StockSaver ist, dass die Sensoren zu allen Behältern und an sämtliche FIFO-Rollenregale passen“, erklärt Manuel Schutzbach, der im Technischen Vertrieb bei Werma tätig ist. „Löst eine Behälterentnahme den Meldebestand aus, wird automatisch für die Logistik die Bedarfsliste aktualisiert. So wird eine zeitnahe und über Prioritäten gesteuerte effiziente Versorgung sichergestellt.“ Darüber hinaus werden manuelle Fehlerquellen, wie vergessene oder verlorene Kanban-Karten, fehlende Leermeldungen ausgeschlossen. Da Scanvorgänge bei der Entnahme entfallen, keine Doppelbuchungen mehr entstehen und auch rechnerisch ermittelte Bestände als Fehlerquelle ausgeschlossen werden, bietet StockSaver weitreichende Fehlerresistenz.

Schutzbach ergänzt: „Mit StockSaver halbieren Sie Ihre FIFO-Regalfläche und die bisher benötigte Fläche in der Produktion wird eingespart. Sie haben mehr Fläche für wertschöpfende Prozesse und durch die geringeren Bestände wird der Cash Flow erhöht.“

Intuitiv und übersichtlich – die Software

Die Daten werden funkbasiert übermittelt und in der mitgelieferten Software dargestellt. Bei Auto-Kabel zeigte man sich auch hiervon begeistert: „Die Inbetriebnahme der Hard- und Software war sehr intuitiv, so dass keine externen Projekt- oder Beraterkosten anfielen“, sagt Alisa Schwald, Co-Projektleiterin Industrial Engineering. Die Software führt Schritt für Schritt zum eigenen Netzwerk und stellt die Materialbestände der ins Netzwerk eingebundenen FIFO-Rollenregale auf dem PC dar. So herrscht stets volle Transparenz über das verfügbare Material.

Der Leitstand gewährleistet volle Transparenz und einen kompletten Überblick über den genauen Materialbestand am jeweiligen Arbeitsplatz. Die Bedarfsliste informiert die Logistik rechtzeitig über Bedarf und Priorität des Nachschubs, eine automatische To-Do-Liste für den Logistiker. So werden Fehler vermieden, der Versorgungsprozess beschleunigt und hohe Sicherheitsbestände in der Produktion unnötig.Darüber hinaus liefert die Software langfristige Auswertungen, mit denen Prozesse analysiert und verbessert werden können. Der Anwender profitiert von der Möglichkeit des Datenexports der Materialbewegungen zur Nachschubsteuerung. „In der Zwischenzeit haben sich unsere Bereiche Versorgung, Logistik und Fertigung die StockSaver-Softwareinstalliert und nutzen vor allem die übersichtlichen Ansichten der Bedarfsliste und des Leitstand“, so Engelhardt.

Große Vorteile – bereits nach dem ersten Testlauf

Schon nach dem ersten Testlauf, bei welchem drei Rollenregale mit insgesamt 90 Regalfächer mit StockSaver ausgestattet wurden, waren deutliche Verbesserungen sichtbar. Das gesteckte Ziel, die Leerlaufzeiten der Maschinen zu minimieren, wurde bereits erreicht. „Wir konnten sofort nach Inbetriebnahme des Systems unsere Stillstandszeiten und Sicherheitsbestände reduzieren. So hat sich dieses Projekt schon innerhalb von 6 Wochen amortisiert“, zeigt sich Schwald zufrieden.

Zudem muss der Maschinenbediener seinen Arbeitsplatz nicht mehr verlassen um Nachschub beim Logistiker zu ordern, da die Software den Logistiker im Lager rechtzeitig und automatisch über den Bedarf und die Priorität des Nachschubs informiert. Diese Leitstand-Ansicht zeigt bei Auto-Kabel die Regalansicht inklusive der Materialnummer, dem Lagerort des Materials, die Priorität für den Nachschub sowie die Anzahl der notwendigen Nachschub-Behälter pro Materialnummer. Darüber hinaus helfen Auswertungen und die Möglichkeit zum Datenexport, die Prozesse langfristig zu verbessern.

Zusätzlicher Kundenwunsch: Place-by-Light

„Nach den ersten Testläufen hatten wir noch einen Verbesserungswunsch“, sagt Projektleiter Engelhardt und erklärt die Details: „Um eine noch höhere Sicherheit zu gewährleisten, jegliche Verwechslungsgefahr auszuschließen und die Arbeit des Logistikers zu vereinfachen, wollten wir an den Regalfächern zusätzlich kleine ‚Place-by-Light‘-Leuchten anbringen. Diese sollte dem Logistiker schnell und eindeutig signalisieren, in welchem Regalfach das gelieferte Material zu platzieren ist.“ Engelhardt sagt weiter: „Für uns war diese Ergänzung mit den Leuchten eine sinnvolle Ergänzung. Wir haben uns sehr gefreut, dass Werma diesen expliziten Wunsch für uns zeitnah realisiert hat und nun auch für andere Kunden anbieten wird.“

Dank der zusätzlichen Place-by-Light-Leuchten wird dem Logistiker nach dem Scanvorgang durch ein grünes Signal angezeigt, in welchem Regalfach er das Material einstellen kann. Wurde das Material aus Versehen in einem falschen Materialfach platziert, leuchtet dieses Licht rot auf. „Jetzt sind all unsere Anforderungen erfüllt und eine Verwechslung des Regalfaches nahezu ausgeschlossen“, sagt Engelhardt abschließend.

Weiteres Feature: Zurückstellen von Behältern

Bei Auto-Kabel kommen Rollenregale mit „Stoppern“ zum Einsatz. Diese ermöglichen das Entnehmen und erneute Zurückstellen des ersten Behälters, ohne dass eine Materialbewegung im StockSaver-System dokumentiert und ausgelöst wird. Ein wichtiges Merkmal für die Mitarbeiter bei Auto-Kabel, schließlich werden die Behälter mit den passenden Teilen entnommen und nach Fertigstellung des Auftrags wieder zurück ins Regalfach gestellt. So wird nur eine Nachschubsteuerung ausgelöst, wenn der nachfolgende Behälter zur Entnahme über den „Stopper“ des Regalfachs gezogen wird.

Ausblick: Weitere Anwendungen in Aussicht

„Uns hat vor allem überzeugt, dass Werma selbst das System im Einsatz hat und von Beginn an in der eigenen Fertigung testet und verwendet“, sagt Schwald. „Wir waren auch von der Beratung und dem tollen, persönlichen Kontakt begeistert – wir wurden super betreut und Werma stand uns stets mit Rat und Tat zur Seite.“ Auf die Frage, wie die Lösung von den Mitarbeitern akzeptiert und genutzt wird, antwortet Engelhardt: „Von der Funktionsfähigkeit sind inzwischen alle direkt Beteiligten überzeugt – vom Teamleiter bis zum Maschinenbediener, welche glücklich sind, dass die Nachschubsteuerung nun automatisch und fehlerfrei funktioniert.“

Dank der beachtlichen Ergebnisse und der extrem kurzen Amortisationszeit sieht das Industrial Engineering bereits jetzt weitere Einsatzmöglichkeiten bei Auto-Kabel: „Bei unserem nächsten internationalen Lean-Workshop stellen wir StockSaver den anderen Standorten vor. Hier präsentieren wir regelmäßig die erfolgreichsten Projekte aus allen Werken und wir empfehlen definitiv ein Ausrollen der Lösung auf weltweit alle Niederlassungen mit vergleichbaren Anforderungen.“


Auto-Kabel

Auto-Kabel ist ein international tätiges Unternehmen der Automobilzulieferindustrie und wurde im Jahr 1930 gegründet. Das Familienunternehmen mit Tradition hat sich in den letzten 80 Jahren dank innovativer Produkte, fortschrittliche Produktionsweisen und nachhaltiger Wertschöpfung zum Marktführer entwickelt. Das Unternehmen stellt Produkte für das Energie-Management im Fahrzeug her
und ist erster Ansprechpartner aller bekannten Automobilhersteller
in Europa, den USA und Asien. Zum Leistungsspektrum gehören innovative Produktlösungen im Bereich der Batterieleitungsverkabelung und Powerdistribution. Das Unternehmen verfügt über eine sehr
hohe Fertigungstiefe und strebt an, alle Elemente in den eigenen Produktionsstandorten zu entwickeln und zu fertigen. Rund 3.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Produktion, Management, Entwicklung und Forschung engagieren sich für den gemeinsamen Erfolg. Bei all unseren Tätigkeiten steht eine fortschrittliche Umweltpolitik im Vordergrund.

www.autokabel.com


Werma

Werma Signaltechnik GmbH + Co. KG ist ein weltweit wachsendes Unternehmen mit mehr als 330 Mitarbeitern an 7 Standorten. Auf dem Gebiet der Signaltechnik zählt das 1950 gegründete Familienunternehmen zu den Weltmarktführern und ist zugleich Technologieführer. Mit modularen Signalsäulen hat das Unternehmen einen Industriestandard etabliert. Heute werden optische und akustische Signalgeräte sowie verwandte Systeme zur Prozessoptimierung für die Industrie und Logistik geliefert. Dabei wird im Unternehmen Signaltechnik weiter gedacht: Durch die Vernetzung von Signalgeräten entstehen Lösungen, die Kunden helfen, schnell und einfach Prozesse in der Produktion, Logistik und Montage zu analysieren und nachhaltig zu optimieren.

www.werma.com

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