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Auf dem Weg zur Smart Factory weltweit Wissen teilen

SMT Smart Network: Elektronikfertiger vernetzen sich
Auf dem Weg zur Smart Factory weltweit Wissen teilen

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Wie transformiere ich meine SMT-Fertigung in eine Smart Factory? Diese Frage stellen sich weltweit viele Unternehmen. Künftig müssen Elektronikfertiger diesen Weg nicht mehr allein gehen: Mit dem von ASM Assembly Systems ins Leben gerufenen SMT Smart Network etabliert sich ein weltweites, offenes Kompetenznetzwerk von und für Smart-Factory-Praktiker.

Da haben viele productronica-Besucher nicht schlecht gestaunt: Statt ASM Mitarbeiter erläuterten Kollegen aus anderen Elektronikfertigungen die Details ihrer smarten Workflows, schilderten ihre Erfahrungen aus den Einführungsprojekten und zählten die Vorteile auf, von denen sie jetzt im Prozess profitieren. Das waren Mitglieder des SMT Smart Networks, die hier ihren Kollegen aus anderen Fertigungen ganz offen Rede und Antwort zu den eigenen Smart Factory Projekten standen“, freut sich Alexander Hagenfeldt, SMT Line Solutions Marketing Manager bei ASM und Projektleiter des SMT Smart Network.

Das wirklich Verbindende im SMT Smart Network ist weniger, dass dessen Mitglieder ASM Lösungen im Einsatz haben, sondern dass alle Mitglieder ein besonders großes Interesse an Prozessoptimierung und neuen Lösungen in der Elektronikfertigung haben. Die fortschrittlichen Elektronikfertiger des Netzwerks haben gemeinsam mit ASM in den letzten Monaten erfolgreich Smart-Factory-Konzepte in die Tat umgesetzt und dabei beeindruckende Prozess- und Leistungs-Verbesserungen realisieren können. Und ebenfalls bemerkenswert: Diese Unternehmen sind alle bereit, ihre Erfahrungen und Lösungsansätze sehr offen mit Kollegen zu teilen. Hier tauschen sich Geschäftsführer, Produktionsleiter, IT-Fachleute und Prozessingenieure aus, die über ihre Projekte berichten – inklusive der Hindernisse, Umwege und Irrtümer- und somit voneinander lernen.

„Mit dem SMT Smart Network gehen wir organisatorisch gestützt auf ASM neue, innovative Wege. Wir wollen offen für jeden sein, der seine Elektronikfertigung smarter machen will. Die einzigen Voraussetzungen: Der Wille, Prozesse nachhaltig und intelligent zu optimieren und die Bereitschaft, diese Projekterfahrungen mit den anderen Mitgliedern zu teilen. Schon nach den ersten Monaten und Treffen wird ganz deutlich: Von dem kollegialen Erfahrungsaustausch in diesem Kompetenznetzwerk profitieren alle. Ich bin sicher, durch dieses Netzwerk wird jeder von uns seine Ziele schneller und sicherer erreichen“, meint Jochem Winkelman, General Manager beim SMT Smart Network Unternehmen Rena.

Hochmotiviert

Parallel zur productronica 2017 rief das Unternehmen erstmals alle Mitglieder in München zusammen – und durfte dabei gleich neue Mitglieder aus Vietnam, China und Frankreich begrüßen. Aros (Schweden), BYD (China), CIG (China), MRI (USA), Rena (Niederlande), Topscomm (China), Vega (Deutschland), Velankani (Indien) sowie die ASM-Fertigungen in Deutschland und Huizhou (China) waren vor einigen Monaten die „Gründungsmitglieder“ des SMT Smart Network.

Ganz unterschiedliche Unternehmen mit ganz individuellen Motiven für die Smart Factory. Industrie 4.0 bedeutet für eine High-Mix/Low-Volume-Fertigung etwas anderes als für einen großen Volumenfertiger. Verschiedene Schwerpunkte und Ausgangssituationen beeinflussen die Agenda und doch gibt es genug Gemeinsamkeiten in den Optimierungsprojekten, die den Erfahrungsaustausch lohnend machen.

Schritt für Schritt

Die Smart Factory ist bekanntlich nichts, was man fertig bestellen kann. Es müssen individuelle Lösungen entwickelt werden. Die dazu nötige enge Zusammenarbeit zwischen Maschinenbauer, Anwender und gegebenenfalls weiteren Partnern wird im Unternehmen in den SMT Center of Competence in München, Singapur, Shanghai, Shenzhen und Suwanee (Georgia, USA) organisiert. Die CoCs und ihre Teams aus Prozessexperten dienen jetzt zugleich als Schnittstellen und erste Anlaufstellen zum SMT Smart Network. Aus der Praxis der Beratung und Kooperation in diesen Kompetenzzentren sowie der eigenen Forschung und Entwicklung hat das Unternehmen das große Ziel der Smart SMT Factory auf acht Prozesse oder Workflows heruntergebrochen. Dabei handelt es sich um die typischen „Baustellen“ auf denen SMT-Fertiger mit der Digitalisierung und Integration beginnen.

Vier Line Workflows

Baustelle Nummer eins ist die Planung. Wachsende Produktvielfalt und kurze Vorlaufzeiten machen die Beplanung der Linien für Elektronikfertiger immer komplexer. Es sind Lösungen gefragt, die Aufträge aus dem ERP automatisiert in Rüstfolgen und Arbeitsaufträge umsetzen und dabei technische Restriktionen, Ressourcen, Termine und auch Nebenzeiten (Wartung, Rüstung etc.) berücksichtigen.

Ein weiterer wichtiger Workflow: Virtual Production. Moderne Virtual Production Tools bieten Möglichkeiten, Durchlaufzeiten exakt zu kalkulieren, Produktionsprozesse zu optimieren und Fehler zu vermeiden – lange bevor die erste Leiterplatte überhaupt in die Linie fährt – eben virtuell. Echtzeit-Prozesskontrolle und -optimierung über neuartige Expertensysteme und eine Produktion mit Systemen für eine proaktive, intelligente Mitarbeiterinformation sind weitere Line Workflows.

Factory Workflows

„Wer das Materialmanagement nicht unter Kontrolle hat, wird nie in der Lage sein, die volle Flexibilität und Geschwindigkeit seiner Produktionslinien auszuschöpfen“, sagt Per-Johan Edgren, Manufacturing Process Manager bei der schwedischen Aros electronics AB. Das Ergebnis des bei Aros optimierten Materialflussmanagements sind drei statt neun Bediener pro Schicht und eine um 200 Prozent gesteigerten Leistung an einer kapazitiv unveränderten Doppelspur-SMT-Linie für die High-Mix/Low-Volume-Fertigung. Smart Material Management bietet Transparenz vom Wareneingang bis zur Bestückung, eliminiert Suchzeiten und Rüstfehler.

Vorbereitung, Durchführung, Kontrolle

Einer der Schlüssel zur Smart SMT Factory sind optimierte, durchgängig intelligent unterstützte Rüstprozesse. Monitore zeigen anstehende Rüstwechsel frühzeitig an, Material wird automatisch ausgelagert, intelligente Software hilft durch Bedienerführung bei der Priorisierung und Verifizierung der Rüstungen. Unterschiedliche auftrags- oder linienspezifische Rüststrategien werden von solchen Lösungen flexibel unterstützt. Die intelligente Bedienerführung sorgt dafür, dass jeder Schritt rechtzeitig und fehlerfrei durchgeführt wird.

Die beiden letzten von ASM identifizierten Factory Workflows sind Factory Monitoring – inklusive der Echtzeiterfassung von Maschinendaten und der Berechnung von KPIs – und Factory Integration. Der letztgenannte Workflow umfasst auch fortschrittliche Remote Support Lösungen, die von den Support-Teams des Herstellers genauso wie von den Technikern des Elektronikfertigers genutzt werden können. So können Experten standortübergreifend und viel effizienter eingesetzt werden, greifen dabei über Netzwerke direkt auf Programme und Einstellungen der Linien zu und werden mit Videoaufnahmen von Smart Glasses oder Tablets unterstützt.

So werden Standorte vernetzt und transparent gemacht. Hier spielt aber auch das Thema Big Data eine Rolle. Es ergeben sich ganz neue Möglichkeiten, Informationen auszuwerten – zum Beispiel in der Predictive Maintenance. Die umfassende Digitalisierung und Integration erlauben es, eine SMT-Fertigung in die Wertschöpfungsketten eines Unternehmens und seiner Kunden einzubinden. „Bei Industrie 4.0 dreht sich für uns alles um Informationsaustausch, Wissen und darum, dieses Wissen an die Linie zu bringen“, sagt Jochem Winkelmann, General Manager der niederländischen Rena Electronica B.V. Zum Netzwerktreffen im Umfeld der productronica auf dem ASM Details zum Joint Venture Adamos und den hier verankerten IIoT-Aktivitäten (Industrial Internet of Things) hatte er gleich seinen IT-Leiter mitgebracht. „Die Daten sind der Schlüssel. Maschinendaten und KPIs in Echtzeit, überall und jedem Gerät empfangbar – Cloud-Plattformen für das Industrial Internet of Things sind hier ein Weg“, betont Winkelmann. „Ich habe keine Scheu davor, anderen Elektronikfertigern Einblicke in meine Daten zu geben – wenn ich gleichzeitig auch von deren Erfahrungen profitieren kann. Gemeinsam sind wir stärker und schneller.“ Die auf LED-Lösungen spezialisierte Rena Electronica ist im SMT Smart Network beispielsweise eine Referenz für papierloses Materialmanagement mit automatisierter liniennaher Bauteilausgabe, virtualisierte Druck- und Bestückungsoptimierung sowie Remote Support für Linienbediener unter Nutzung von Datenbrillen.

Prozessoptimierung findet Nachahmer

„Das Interesse an unserem Netzwerk ist groß und man bekommt das Gefühl, dass Prozessoptimierung ansteckend ist – jeder Schritt, den ein Fertigungsleiter Richtung Smart SMT Factory tut, stachelt andere an, ebenfalls weitere Potenziale in ihrer Produktion zu heben“, sagt Alexander Hagenfeldt. „Es ist großartig zu sehen, was hier entsteht.“ Interessenten können sich in YouTube-Videos erste Einblicke in die im SMT Smart Network vernetzten Elektronikfertigungen verschaffen.

www.asm-smt.com



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