Test Convention 2019 in Weimar

Automotive: Technology meets Quality

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Mit den Test Convention hat Göpel electronic das erste Mal drei Events – Boundary Scan Days, Inspection Days sowie Automotive Days – zu einem Datum zusammengeführt, und die Kompetenzen im Rahmen einer großen, umfassenden Veranstaltung gebündelt. Dabei ging es nicht nur in die Breite, sondern auch in die fachliche Tiefe und Anwender aus Elektronikfertigung, Entwicklung und Automotive-Elektronik konnten sich über neueste Entwicklungen ihres Bereiches informieren.

Im Fokus der Veranstaltung standen Vorträge zu Inspektionslösungen, Embedded JTAG Solutions sowie Automotive Test Solutions. Die parallel laufenden Vertiefungs-Workshops und Seminare boten die Möglichkeit, den Blick über den Tellerrand zu wagen, um Einblicke in neue Felder zu erhalten. Die Inhalte konnten von den Teilnehmern, ob Einsteiger oder erfahrene Anwender, ganz nach ihrem Interesse zusammengestellt werden. Folgende Themen standen im Fokus:

  • Herausforderungen der E-Mobilität
  • Künstliche Intelligenz und AOI-Systeme
  • Die nächste Stufe der JTAG-Evolution
  • Qualitätssicherung von Automotive-Baugruppen
  • Reverse-Engineering bei Test und Entwicklung von Autositzen
  • Design-for-Testability.

Nach Begrüßung der rund 200 Teilnehmer durch Alice Göpel startete die Keynote-Speakerin Sabrina Rizzo mit ihrem Vortrag „In Gesichtern lesen und Manipulationen erkennen“. Die Profilerin hat die Suche nach der Wahrheit zu ihrem Beruf gemacht und lehrt an Polizeischulen. Ihre Motivation liegt dabei im Erkennen von Lügen durch Lesen der Körpersprache, Widersprüche erkennen und das Geständnis herbeiführen, um Täter dingfest zu machen. Anhand von Mimik und Körpersprache kann man einschätzen, ob das Gegenüber die Wahrheit sagt. Die Rednerin startete mit Erklärung der selbstentwickelten Kybernetik-Methode, ein in sich geschlossener Kreislauf um Menschen lesen zu können. Dabei wird die Synthese-Technik – als Synthese bezeichnet sich der Umsatz bzw. die Vereinigung von zwei oder mehr Elementen zu einer neuen Einheit – beim Menschen angewandt, indem u. a. die Kommunikationskanäle des Menschen als eine Einheit gesehen wird und dadurch sogenannte Inkongruenzen, also Abweichungen, vom einen zum anderen Kanal festgestellt werden. Dabei befindet man sich im Bereich der Lügenindizien. Mit einer geschickten Fragetechnik lässt sich herausfinden, warum einer lügt und im besten Fall führt dies dann zum Geständnis. Anhand langsamen Ablaufs der Videomitschnitte von Personen zeigte die Rednerin auf, dass wir nur die Hälfte von dem sehen, was wir sehen könnten. Das Emotionszentrum arbeitet schneller als das Großhirn. Wollen wir ein Gefühl verbergen, sind die feinsten Gesichtsbewegungen, Mikroexpressionen, dennoch bis zu 500 Millisekunden sichtbar. So lange steht dann einem die Wahrheit ins Gesicht geschrieben ohne dass wir es beeinflussen könnten. Laut Sabrina Rizzo findet 80 % unserer Kommunikation nonverbal statt, so dass es bei Gesprächen nicht nur wichtig ist, was der Gesprächspartner sagt, sondern vor allem, wie er sich dabei verhält. Ein faszinierender Vortrag der die Zuhörer in seinen Bann schlug und viele neue Erkenntnisse lieferte.

Inspektionslösungen

Der Vortrag „Willkommen in einer neuen Ära – Wie künstliche Intelligenz die Welt der AOI verändert“ ging der Frage nach, welch Potenzial die künstliche Intelligenz im Bereich der automatischen optischen Inspektion besitzt. Neben einer sicheren Inspektion sorgt KI neben selbstoptimierenden Systemen auch für eine einfachere Programmierung, eine automatisierte Erkennung von Prozessschwankungen sowie auch Auswertung aller Daten sämtlicher Systeme in einer Linie. Dies führt zur Optimierung der Produktqualität und des Fertigungsprozesses.

Die Kombination unterschiedlicher Technologien sorgt beim 3D-AOI im SMD Prozess für höchste Effizienz, wobei die Anforderungen an solch System vielfältig sind. So sollte es flexible Inspektionsmöglichkeiten auch für noch nicht bekannte Bauteile geben, der Einsatz als Tischsystem, Insellösung oder integriert in Fertigungslinien möglich, sowie fertigungsspezifisch konfigurierbar und aufrüstbar sein, natürlich mit Kompatibilität zwischen den Systemvarianten. Speziell für EMS-Dienstleister ist die schnelle Einsatzfähigkeit für kleine Stückzahlen mittels Prüfprogrammerstellung wichtig, was durch MagicClick ermöglicht wird. Die einfache Handhabung von kundenspezifischen Artikelnummern und dabei universell einsetzbar für Lotpasteninspektion, Bestückprüfung, Erstmusterkontrolle oder Serienfertigung ist mit den Systemen des Veranstalters realisierbar, auch unter der Gewährleistung und Dokumentation der Fertigungsqualität. Die Hightech-Systeme, Made in Germany und basierend auf traditionellem optischen Know-how, enthalten innovative Lösungen, die flexible Konfigurationsvarianten mit 2D-, 3D- und 360°-Technologien für eine maximale Fehlererkennung ermöglichen sowie komfortable Softwaremodule für einfache Programmerstellung und hohe Flexibilität bieten. Der Einsatz der AOI-Systeme Smart Line (1 System), Advanced Line (6 Systeme) und Turbo Line (2 Systeme) bei Leoni Bordnetz Systeme präsentierte ein Beispiel zur Qualitätssicherung von Automotive-Baugruppen.

Das AOI im THT-Prozess bietet flexible Integrationsvarianten und effiziente Systemkonfigurationen zur Prozessüberwachung und -verbesserung bei Prüfungen der Bauteilseite sowie der Lötseite. Mit einer akzeptablen Pseudofehlerrate wird die Einhaltung der Taktzeit umgesetzt trotz wechselnder Leiterplatten-Typen ohne feste Reihenfolge, Nicht-Standard-Bauteilen sowie einer hohen Anzahl von Bestückvarianten. Die zweiseitige Prüfung erfolgt dabei ohne Wenden. Vorgestellt wurde in diesem Zuge die THT Line, MultiCam Line sowie die Selective Line. Der Anwenderbericht von Bender über die THT-Inspektion in der Inline-Fertigung zeigte die Konzeptentwicklung, Systemintegration sowie Visionen mit Vorteilen gegenüber der vorherigen Prüfstrategie auf. So wurde nun eine frühzeitige Erkennung und Zurückverfolgung von Fehlern und Fehlerursachen, die kalte Reparatur der Baugruppen sowie weniger Nacharbeit bzw. weniger Reparaturkosten erreicht. Weitere Vorteile zeigten sich in den geringeren Durchlaufzeiten der Baugruppen in der Fertigung, in der höheren Prüftiefe sowie der Vernetzung aller testrelevanten Maschinen über PilotConnect.

Unter dem Arbeitstitel „Nichts geht ohne AXI“ wurde das 3D-Röntgensystem für Elektronik-Baugruppen vorgestellt. Hier gab es zur Einführung die Grundlagen zum 2D-, 2,5D- sowie 3D-Röntgen um dann durch den Vergleich stop-and-go Bildaufnahme und scannende Bildaufnahme zu zeigen, dass 3D-Röntgen kein langsamer Prozess ist. Auch vorgestellt wurden die Maschinensoftware, Programmiersoftware, Verifikationssoftware sowie die Vernetzung mit den daraus entstehenden Vorteilen. Der Anwenderbericht von Limtronik über 3D-Röntgensystem im Umfeld der Industrie 4.0 gab einen Einblick in das Tagesgeschäft eines EMS-Dienstleisters und untermauerte die Innovationskraft des AXI-Systems. Der Abschluss der Vortragsreihe unter Inspektionslösungen machte die Vorstellung der flexiblen und zukunftsorientierten Datenschnittstellen der Inspektionssysteme des Veranstalters. Dabei ging es um die horizontale und vertikale Kommunikation einer Fertigungslinie am Beispiel Hermes, die Kategorisierung der Daten sowie den Möglichkeiten des Datenaustausches. Ebenso kamen Pilot Connect Plug-in-System, Pilot Link sowie Beispiele, Entwicklungsdauer, Inbetriebnahme und Test kundenspezifischer Plug-ins zur Sprache.

Zwei weitere Vortragsreihen beschäftigten sich mit den Themen Automotive Test-Solutions / Industrieller Funktionstest sowie Embedded JTAG Solutions / Boundary Scan. Der zweite Tag gab den Teilnehmern mit einer einführenden Keynote Einblicke in 100 Jahre Bauhaus, um anschließend die Workshops mit Arbeitsgruppen zu den verschiedenen Vortragsreihen für weiterführende praktische Informationen zu besuchen. (dj)

www.goepel.com



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