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Die smarte SMT Fabrik ist greifbar

Industrie 4.0 nimmt Fahrt auf
Die smarte SMT Fabrik ist greifbar

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Visionäre Beschreibungen von Industrie 4.0 gibt es genug, jetzt geht es an die praktische Umsetzung für die SMT Fertigung. Das stellt Elektronikfertiger, Fabrikplaner und Ausrüster vor die Wahl: Entweder sie bleiben am Gleis stehen oder sie springen auf den anfahrenden Zug in Richtung Smart SMT Factory auf. Bei den SMT Center of Competence (CoC) Technologietagen von und mit Marktführer ASM wird klar: Wer bei Industrie 4.0 im Zug sitzen will, muss sich vielen neuen Aufgaben stellen.

Bisher waren die großen Messen, Anhörungen und internationalen Wirtschaftsforen die Bühne für Industrie 4.0 Experten. „Wie schnell das Thema auf dem Shopfloor angekommen ist, zeigt unser Event hier mit Praktikern aus der Elektronikfertigung, mit Produktionsleitern und Maschinenbedienern. Die Leute hier wollen konkret wissen, wie sie sich in ihren Unternehmen auf den Weg zur Smart SMT Factory machen können. Die Zeiten von Powerpoint-Präsentationen und theoretischen Vorträgen sind vorüber. Praktische Lösungen und integrierte Umsetzungs-Roadmaps für alle Prozess-Schritte sind gefragt“, so Bernhard Fritz, der bei ASM nicht nur für das SMT Center of Competence sondern auch für das Partnermanagement zuständig ist, anlässlich der zweimonatlich stattfindenden SMT Center-of-Competence-Technologietagen des führenden Ausrüsters für die Elektronikfertigung.

Diese Inhouse-Veranstaltungen für Elektronikfertiger am ASM-Hauptsitz in München fokussieren auf ganz praktische Themen der Elektronikfertigung – und das sind für die über 70 teilnehmenden Elektronikfertiger aus Deutschland und Europa zunehmend auch Themen im Umfeld Industrie 4.0. Calin Moica, Leiter Strategie von AEM SA, einem großen Elektronikfertiger von Strom- und Gaszählern in Rumänien, stellt in seiner Präsentation, seinen bisherigen Weg und vor allem seine Erwartungen in Industrie 4.0 vor.
„Wir sehen das Thema ganz pragmatisch. Um Wettbewerbsvorteile zu behalten oder auszubauen, müssen wir schneller, effizienter und hochwertiger produzieren. Und schon seit Jahren beschäftigen wir uns erfolgreich mit der Automatisierung unserer Fertigung, und können damit unseren Kunden die besten Lösungen liefern. Aber mit Industrie 4.0 stellten sich für uns neue Herausforderungen, zum Beispiel die Integration von unterschiedlichsten Software-Plattformen, oder Tools, die es uns ermöglichen, unsere Mitarbeiter auf dem Weg zur Smart Factory mitzunehmen. Gleichzeitig müssen wir Schritt zu halten mit der technologischen Evolution. Wir wollen in dieser Veranstaltung erfahren: Was können wir in Richtung Smart SMT Factory schon heute tun, um diese Herausforderungen für Industrie 4.0 zu meistern“, bringt es Calin Moica sein Interesse auf den Punkt.
Vernetzung – auch zwischen Herstellern
Industrie 4.0 verändert einiges – auch solche Veranstaltungen selbst. Während früher in erster Linie Theorie und/oder Demos angeboten wurden, stehen heute die gemeinsame Roadmap-Entwicklung und Umsetzungsplanung, sowie die Diskussion ganz praktischer Fragen im Mittelpunkt. So waren bei ASM in München neben vielen ASM Prozess- und Technologieexperten u.a. auch Dominik Bösl, Corporate Innovation Manager beim Roboterhersteller KUKA, und Jürgen Thurner, VP of Consulting Europe, Riverwood Solutions), zu Gast. Der Grund: Um die transparente, vernetzte Fabrik der Zukunft zu bauen, müssen sich die Hersteller abstimmen. „Wir entwickeln in Richtung Collaborative Robotics, d. h. unsere Roboter stehen nicht mehr abgetrennt in Käfigen, sondern arbeiten nah und direkt mit den Menschen an der Linie. Hierzu müssen wir Roboter und die übrigen Maschinen an den Linien vernetzen. Um diese Interoperabilität herzustellen, kooperieren wir mit führenden Herstellern wie ASM, so Dominik Bösl.
Aber gibt es Vernetzung nicht längst? Ja – aber die Smart SMT Factory braucht eine neue Qualität der Vernetzung. „Einzelne, große EMS-Fertiger haben Ihre Fertigungen bereits mit großem Aufwand vernetzt, auch standortübergreifend. So können Kunden in den USA beispielsweise direkt und live auf Statusdaten in den Fertigungen in Asien zugreifen. Aber bisher sind dies individuelle, teure Lösungen. Für die Smart SMT Factory braucht es Standards, so dass die Elektronikfertiger neue Maschinen und Komponenten einfach in die Linie integrieren können – und alles sofort vernetzt ist. Erst dann können auch kleinere Elektronikfertiger ihre Fertigungen kostengünstig integrieren“, so Jürgen Thurner.
Schrittweise zur Smart SMT Factory
Also abwarten, bis der Standard kommt? Nein, denn wer so denkt, hat nach Meinung der Experten Vernetzung nicht verstanden. Erfolgreiche Vernetzung läuft nicht nur Top-Down, sondern auch Bottom-Up. Ohne die existierende Vernetzung in den Unternehmen (LAN) hätte auch das Internet (WLAN) nicht die schnellen Fortschritte machen können. „Vernetzung und Prozessintegration werden schrittweise erfolgen. Ein Beispiel ist Siplace Material Manager, unsere Materialflusslösung für die Elektronikfertigung. Hier lassen sich bereits heute alle materialgebundenen Prozesse integrieren und steuern, Lagersysteme werden vernetzt, Scanner und mobile Endgeräte lösen Papierlisten ab, alles wird in Echtzeit synchronisiert und Mitarbeiter im Wareneingang, im Lager, in der Produktionsplanung, in der Vorrüstung und an den Linien arbeiten stets mit aktuellen Informationen. Aus der ganzheitlichen Perspektive einer Smart SMT Factory der Zukunft ist das immer noch eine Insellösung. Aber es ist eine jetzt realisierbare Insellösung, die sich später als Modul in die Smart SMT Factory integrieren lässt.
„Es ist ein Schritt in Richtung Smart SMT Factory, der dem Fertiger bereits heute zählbare Wettbewerbsvorteile bringt, ihn flexibler und effizienter fertigen lässt“, so Hubert Egger, Industrie 4.0 Experte und Leiter Produktmarketing bei ASM.
Für Jürgen Thurner bietet diese schrittweise Realisierung der Smart SMT Factory noch weitere Vorteile: „In vielen Bereichen müssen die Elektronikfertiger neue Kompetenzen erwerben und entwickeln. So müssen Mitarbeiter in der Supply Chain einer Smart SMT Factory anders denken. Das heute verbreitete Silodenken mit der isolierten Optimierung einzelner Fertigungsbereiche ist von gestern, wir werden künftig ganzheitlich und prozessorientiert denken, planen und steuern. Die Tools verändern sich, Software wird auch auf dem Shopfloor immer wichtiger“. Und er führt weiter aus: „Gerade die Prozessintegration ist ein weiteres wichtiges Thema, ich bin sicher, dass z.B. ASM mit seinem Konzept des ASM ProcessExpert auf dem richtigen Weg ist. Nicht nur, dass Fertiger damit einer stabilen Nullfehlerfertigung einen ordentlichen Schritt näher kommen, diese Lösung bietet die Automatisierung, die für die smarte Fabrik essentiell ist. SMT-Lösungsanbieter müssen aber zügig deutlich mehr Lösungen für die smarte SMT-Fertigung anbieten wie z.B. den SIPLACE Bulkfeeder. Beide Lösungen werden dem Bediener in der Fertigung stupide Wiederholungstätigkeiten abzunehmen. Damit wird nicht nur die Fabrik smarter, sondern auch der Bediener. Meines Erachtens der richtige Weg für den Erfolg des Fertigungsstandorts Europa. Nur wer die Smart SMT Factory schrittweise umsetzt, kann die Mitarbeiter auf diesen Weg mitnehmen und entsprechende Skills und Kompetenzen entwickeln.“
Was bei den Diskussionen und Workshops in München auch deutlich wurde: Elektronikfertiger und Hersteller werden künftig vor Investitionen offener und intensiver miteinander reden müssen. Denn: Künftig wird nicht mehr in isolierte Bestücklösungen und Linienkomponenten investiert. Stattdessen werden Prozesse und integrierte Lösungen in den Vordergrund rücken, Investitionen in Lösungen müssen somit deutlich sorgfältiger und intensiver evaluiert werden, und die Equipment-Hersteller werden verstärkt modulare und flexibel konfigurierbare Lösungen anbieten, die sich in die Prozesse, Softwarelösungen und Maschinenlandschaft der Elektronikfertiger integrieren.
Industrie 4.0 ist längst global
Ein Punkt, der in Medienberichten über Industrie 4.0 immer wieder auftaucht: Viele europäische Fertiger verknüpfen mit der Smart SMT Factory die Hoffnung, über Prozessintegration und Automatisierung die Kostenvorteile asiatischer Massenfertiger ausgleichen zu können. Phil Stoten, internationaler Fachjournalist und Moderator der Podiumsdiskussion, warnte seine Zuhörer auf den CoC-Technologietagen allerdings: „Die Smart SMT Factory wird europäischen Elektronikfertigern die Möglichkeit bieten, gleichzeitig hochflexibel und hocheffizient zu fertigen und so Lohnkostenunterschiede auszugleichen. Aber: Das Wettrennen ist längst eröffnet. Bei meinen Besuchen in China höre ich die Begriffe Smart SMT Factory und Industrie 4.0 mindestens ebenso oft wie hier in Europa. Wenn europäische Fertiger gewinnen wollen, werden sie schneller als der asiatische Wettbewerb sein müssen.“ (dj)
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