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Elektronikbranche trifft sich zur productronica 2021

Dr. Reinhard Pfeiffer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung, Messe München GmbH
Elektronikbranche trifft sich zur productronica 2021

Als internationale Veranstaltung der Elektronikfertigungsindustrie bildet die productronica deren komplette Wertschöpfungskette ab, vereint sämtliche Elemente der Elektronik-Entwicklung und -Fertigung und gilt als eine der wichtigsten Plattform für Innovationen und Weltpremieren, ob Technologien, Software bis Dienstleistungen. Um mehr über das kommende Event vom 16. bis 19. November 2021 zu erfahren, hat sich die Redaktion der EPP mit Dr. Reinhard Pfeiffer von der Messe München unterhalten.

EPP: Herr Dr. Pfeiffer, mit welchen Neuheiten überrascht die Messe München in diesem Jahr die Besucher zur productronica 2021?

Dr. Reinhard Pfeiffer: Das ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht so ganz einfach zu beantworten, da es vornehmlich unsere Aussteller sind, die die Teilnehmer mit Neuheiten überraschen. Allerdings präsentieren viele unserer Kunden erst direkt auf der Messe ihre Innovation und geben vorab nicht allzu viel Preis.

Was allerdings von unserer Seite her neu ist, ist die „productronica online“, die bereits acht Tage vor der physischen Veranstaltung, also am 8. November, online geht und bis 26. November live geschaltet ist. Mit diesem Angebot schaffen wir eine optimale digitale Ergänzung zur Messe, mithilfe derer sich Aussteller und Besucher vernetzen können.

EPP: Die Semicon Europa findet zum dritten Mal parallel zur productronica statt. Was waren die Gründe dafür, die beiden Messen zusammen zu legen?

Dr. Reinhard Pfeiffer: Die Parallelität mit der Semicon Europe bietet für unsere Aussteller und Besucher gleichermaßen Synergieeffekte: So sind die Aussteller der productronica potenzielle Besucher der Semicon. Aber diese Synergieeffekte gehen auch noch einen Schritt weiter. Denn da unsere beiden großen Elektronikmessen productronica und electronica im Wechsel stattfinden, ist München jährlich der Treffpunkt der Elektronikindustrie, bei dem alle wichtigen Branchenvertreter an einem Ort zusammenkommen.

EPP: Die Trendthemen der productronica 2019 waren ja Smart Maintenance und Smart Factory. Welch Trendthemen sind es in diesem Jahr?

Dr. Reinhard Pfeiffer: Auch 2021 wird das Thema Smart Factory, also der digitale Wandel in den Fabriken, eines unserer Trendthemen sein. Darüber hinaus stehen auch die Themen Internet of Things (IoT), 5G/6G, Mikroelektronik sowie Elektromobilität und autonomes Fahren im Mittelpunkt.

EPP: Die Messe ist ja in verschiedenen Clustern aufgeteilt. Wie bzw. auf welcher Basis ist diese Aufteilung entstanden? Hat sich etwas im Vergleich zu 2019 da geändert und gibt es einen Fokus?

Dr. Reinhard Pfeiffer: Die Entwicklung unserer Messecluster orientiert sich grundsätzlich immer am Markt. Unser Ziel ist es, unseren Ausstellern die bestmögliche Plattform zu bieten, um auf der Veranstaltung die entscheidenden Mitbewerber, aber vor allem die richtigen Kunden zu treffen. Nach diesem Prinzip wurde auch das Messecluster bei der productronica entwickelt, das auch 2021 im Großen und Ganzen gleich bleibt. Das heißt, dass SMT, also Surface Mount Technology, der größte Bereich bleiben wird. Darüber hinaus wird das Thema Smart Factory noch mehr in den Mittelpunkt gerückt.

EPP: Wie gestaltet sich in diesem Jahr das Rahmenprogramm der productronica?

Dr. Reinhard Pfeiffer: Das Rahmenprogramm der productronica wird derzeit noch geplant und finalisiert, so dass wir aktuell noch keine Highlights nennen können. Sicher ist jedoch, dass es wieder das bewährte Forum mit dem VDMA und das ZVEI Forum geben wird.

EPP: Wird es auch in diesem Jahr wieder etwas bezüglich Nachwuchsförderung geben?

Dr. Reinhard Pfeiffer: Dem Nachwuchs wird bei vielen Messen der Messe München eine Bühne gegeben – so auch bei der productronica, die in diesem Jahr ein Online Career Center anbietet. Dieses richtet sich an Aussteller, die diese Plattform nutzen können, um digital Nachwuchs zu rekrutieren.

EPP: Was wird Ihr ganz persönliches Highlight?

Dr. Reinhard Pfeiffer: Das ist schnell beantwortet: Dass die productronica physisch stattfindet und sich die Branche live vor Ort trifft. Für diese Momente leben wir im Messegeschäft.

EPP: Aufgrund der Pandemie gestaltet sich die Organisation einer Veranstaltung bzw. Messe als etwas komplizierter und umfangreicher. Wie verhält es sich mit der productronica und wie haben sich die Corona-Maßnahmen bisher auf Ihr Geschäft ausgewirkt?

Dr. Reinhard Pfeiffer: Unsere Kunden haben uns vielfach gespiegelt, dass Präsenzveranstaltungen nicht einfach so zu ersetzen sind. Der direkte und persönliche Austausch ist nach Corona wichtiger denn je. Zweifelsfrei ist es aber auch so, dass die vergangenen eineinhalb Jahre und die besondere Situation die Digitalisierung weltweit vorangetrieben und alternative Vermarktungsmöglichkeiten aufgezeigt haben. Insofern gehe ich davon aus, dass Präsenzmessen weiter unser Kerngeschäft sind, digitale Ergänzungen der jeweiligen Veranstaltung aber auch eine wichtige Rolle spielen werden, da unsere Aussteller dadurch die Möglichkeit bekommen, auch außerhalb der Messelaufzeit bei uns in München eine Plattform zu erhalten, auf der sie sich ihren Kunden im Kontext unserer Messen präsentieren können.

EPP: Was hat sich geändert aufgrund der Pandemie?

Dr. Reinhard Pfeiffer: Aus meiner Sicht ist die größte Veränderung sicherlich die bereits angesprochene beschleunigte Digitalisierung. Das heißt nicht, dass eine Präsenzmesse vollauf ersetzt werden kann. Aber eine sinnvolle und für unsere Kunden effiziente Ergänzung werden die digitalen Zusatzangebote in Zukunft auf jeden Fall sein.

EPP: Wo sehen Sie die Vorteile einer Präsenzveranstaltung?

Dr. Reinhard Pfeiffer: Für mich liegt der größte Vorteil zweifelsfrei im persönlichen Kontakt: Sich gegenüberzustehen und sprichwörtlich persönlich in die Augen zu sehen, ist sicherlich etwas anderes, als wenn man das über Videoprogramme macht. Und gerade für eine Maschinenbaumesse ist das LIVE Erlebnis unbedingt erforderlich.

EPP: Was sind Ihre Strategien für die nahe und mittelfristige Zukunft?

Dr. Reinhard Pfeiffer: Zunächst einmal wollen wir wieder regelmäßig und erfolgreich Präsenzmessen durchführen – das ist unsere Kernkompetenz und seit August auch wieder offiziell erlaubt. Entscheidend hierfür war die erfolgreiche Umsetzung des Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes bei der Pilotveranstaltung TrendSet, die im Juli auf dem Gelände der Messe München stattgefunden hat. Auch die IAA Mobility hat eindrucksvoll gezeigt, dass Messen auch unter den nach wie vor nicht ganz einfach Bedingungen durchgeführt werden können. Nun freuen wir uns auf die folgenden Veranstaltungen, wie die OutDoor by ISPO, die EXPO REAL und natürlich die productronica.

Darüber hinaus werden wir die Erfahrungen auch den Corona-Monaten, in denen keine physischen Messen stattfinden konnten, wir aber mehr als 25 digitale Veranstaltungen als Ersatz für 16 abgesagte Präsenzmessen am Standort München durchgeführt haben, für zukünftige Weiterentwicklungen unserer Präsenzmessen nutzen.

EPP: Vielleicht noch ein Blick in die Glaskugel, wo liegen Ihre Erwartungen?

Dr. Reinhard Pfeiffer: Sicherlich wird die productronica in diesem Jahr eher europäisch geprägt sein, da es für Teilnehmer aus Asien und den USA aufgrund der Reisebeschränkungen schwieriger wird, persönlich zu kommen. Daher ist davon auszugehen, dass die Messe etwas kleiner ausfallen wird. Grundsätzlich sind wir mit dem bisherigen Anmeldestand aber sehr zufrieden. Die Flächengrößen wurden zumeist bestätigt und wir rechnen nicht mit maßgeblichen Einbrüchen. Ich bin überzeugt, dass die productronica auch in diesem Jahr der optimale Treffpunkt für die Elektronikindustrie wird. (Doris Jetter)

www.productronica.com/de/


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