Georg Pollmann, Geschäftsführer/Inhaber Kolb Cleaning Technology, und Christian Linker, Geschäftsführer/Inhaber Ing. G. Linker GmbH, Chemische Fabrik

Reinigungschemie inbegriffen

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Kolb Cleaning Technology hat kürzlich angekündigt, sich nun auch auf dem Gebiet der Reinigungschemie stärker als bisher profilieren zu wollen. In einem Interview mit den Geschäftsführern Georg Pollmann von Kolb und Christian Linker von der Linker GmbH hinterfragte die Redaktion den Grund für diesen Schritt.

Herr Pollmann, was waren die ausschlaggebenden Gründe für diesen Strategiewechsel vom reinen Maschinenbauer zum Maschinenbauer und Chemielieferanten?

Georg Pollmann: Genau genommen sind wir nie ein reiner Maschinenbauer gewesen. Schon mit unseren ersten Entwicklungen von Reinigungssystemen vor ca. 15 Jahren haben wir unsere eigene Chemie angeboten. Allerdings in sehr reduziertem Maß mit nur drei Produkten zur Entfernung von Paste und Flux. Aus dieser Zeit stammt auch unsere Kooperation mit der Linker GmbH, die auf Reinigungschemie spezialisiert ist und seitdem als unser fester Entwicklungspartner fungiert und deshalb die Branchenanforderungen bestens kennt. Von daher ist es aus meiner Sicht eine logische Weiterentwicklung, die uns quasi vom Markt vorgezeichnet wird.
Das heißt, der Markt zwingt sie zu dieser Entwicklung?
Georg Pollmann: Sagen wir so: Wer in Zukunft nicht in der Lage ist, perfekte Systemlösungen aus einer Hand in kürzestmöglicher Zeit anzubieten, riskiert seine Konkurrenzfähigkeit. Das heißt, man muss versuchen Innovation, Qualität, Geschwindigkeit und Full Service so erfolgreich und effektiv wie möglich miteinander zu kombinieren. Und das können zumindest wir am besten, wenn wir alle Elemente der Systemlösung, d.h. Maschine, Chemie und Prozessdesign selbst steuern.
Trotzdem entfernen Sie sich mit dem offensiven Einstieg ins Chemiegeschäft von Ihrer Kernkompetenz als Maschinenbauer.
Georg Pollmann: Wir sehen seit jeher unsere Kernkompetenz nicht direkt im Maschinenbau, sondern in der Lösungsentwicklung. Unsere ersten Systeme haben wir gebaut, nicht weil jemand eine Maschine haben wollte, sondern weil derzeit lokale Unternehmen eine bezahlbare Alternative zur Gesundheit gefährdenden Handreinigung gesucht haben. Für diese Aufgabe haben wir eine Lösung gesucht und die bestand aus einem maschinellen Reinigungsbad mit einem wässrigen Reiniger. Christian Linker: Wir haben seinerzeit mit Kolb die ersten wässrigen Reiniger für die maschinelle Reinigung in der Elektronikindustrie entwickelt, als alle noch mit Lösungsmitteln bzw. FCKW-Reinigern arbeiteten. Das hat den Effekt gehabt, dass man für Kolb Systeme keine Ex-geschützten Räume benötigte, was wiederum eine der Qualitäten war, die den Ruf des Unternehmens als innovativer Maschinenbauer begründet hat.
Das heißt, das was sie jetzt offensiv vermarkten, hat eine 15-jährige Entwicklungszeit hinter sich?
Christian Linker: Es hat zumindest eine 15-jährige Geschichte. Im Laufe der Zeit haben wir in der täglichen engen Zusammenarbeit eine rasante Entwicklung vor allem in der Fein- und Feinstreinigung von Baugruppen oder DCB-Hybriden erlebt oder etwa auf die Bleifrei-Entwicklung reagieren müssen. Dadurch und durch spezielle Kundenwünsche ist im Laufe der Zeit ein immer größeres und anspruchsvolleres Produktportfolio entstanden, das sich auf Grund seiner Qualität bis dato nahezu ohne Marketing bereits sehr erfolgreich etabliert hat.
Herr Pollmann, bedeutet das, Kolb Systeme werden in Zukunft nur noch mit Kolb Chemie befüllt?
Georg Pollmann: Natürlich steht der Zusammenarbeit mit anderen Marktbegleitern nach wie vor nichts im Wege. Letztlich geht es darum, dem Kunden eine funktionierende Systematik zu liefern. So gibt es z. B. mit Zestron, Ingolstadt, bisher eine gute Zusammenarbeit. Solch eine Kombination kann ebenfalls ein komplettes Technologiesystem darstellen. Wichtig ist, dass es beim Betreiber als solches ankommt. Oft ist es so, dass bei Kunden andere Reinigungsmedien qualifiziert sind. Dann werden unsere Maschinen nach wie vor auf diese Medien eingestellt, vorausgesetzt natürlich, die Kombination ist technisch möglich.
Werden die Kolb Reiniger nur exklusiv für Kolb Maschinen angeboten?
Georg Pollmann: Nein! Gerade unsere neueste technologische Entwicklung erlaubt es, Reiniger, die mit diesem Feature ausgestattet sind, in nahezu allen marktüblichen Systemen mit nahezu allen Technologien einzusetzen.
Um was für eine Technologie handelt es sich da, Herr Linker?
Christian Linker: Die TernarySequence-Technologie, kurz TS genannt, ist ein von uns gemeinsam entwickeltes Verfahren, um Qualitätsreiniger mit extrem hoher Regenerationsfähigkeit herzustellen. Diese Reiniger können mit einfachen und wenig energieaufwendigen Filtrationen betrieben werden. Sie sind maschinenseitig nahezu universell einsetzbar, auf Grund ihrer Filtrierbarkeit langlebig und sie sparen damit Kosten, Wasser und Abfall.
Herr Pollmann, wie werden sich Techniken und höhere Marketingaufwände auf die Reinigerpreise auswirken?
Georg Pollmann: Gar nicht. Die TS-Technologie bleibt für den Anwender kostenneutral. Wir liegen dabei im Marktvergleich günstiger als die Mitwettbewerber, weil wir unsere Synergien als Systemlieferant intensiv nutzen. Es gibt bei uns keine unterschiedlichen Fachbereiche, sondern, wenn Sie so wollen, nur die Abteilung „Lösungen“ in der Maschinenentwickler, Chemiker und Prozessdesigner gemeinsam arbeiten. Auch unsere übrigen Strukturen sind nach wie vor schlank und effizient, was dann letztlich unsere kompetitive Preispolitik begünstigt.
Vielen Dank für das Gespräch.
SMT, Stand 9-142
EPP 405
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